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Sicherheitskonzept

für Veranstaltungen

“Sicherheitskonzept” ist ein Teil der Veranstaltungssicherheit bzw. Besuchersicherheit.

Aktuell gibt es meiner Meinung nach keinen “Stand der Technik” für ein Sicherheitskonzept: Was sind die Inhalte? Wann ist ein Sicherheitskonzept “gut”?

Ein Sicherheitskonzept…

  • bringt wichtige Informationen und Planungen des Veranstalters in einem Dokument zusammen,
  • bringt Behörden, Polizei, Feuerwehr, Sicherheitsdienst und andere Dienstleister auf einen einheitlichen Kenntnis- und Wissensstand,
  • enthält eine Risikoanalyse und eine Bewertung,
  • enthält Maßnahmen zur Risikoverminderung oder -vermeidung,
  • regelt das Vorgehen im Krisenfall,
  • beinhaltet u.U. weitergehende Informationen zur Verkehrsleitung, Brandschutz, Kommunikation, Gremien wie einen Krisenstab,
  • kann als als Nachweis der Erfüllung der Sorgfaltspflichten im Schadensfall dienen.

Die im Sicherheitskonzept geregelten Maßnahmen sollten keinesfalls dazu dienen, hitzige Gemüter zu beruhigen bzw. Bedenken kaltzustellen (sog. Schubladen-Konzepte). Vielmehr sollte sich der Veranstalter auch an seine eigenen Maßnahmen halten.

Beispiel:

Im Sicherheitskonzept ist vorgesehen, ab einer Windstärke von 3 Bf Pavillons abzubauen. Das sollte der Veranstalter dann auch tun, ansonsten droht ihm im Schadensfall bei höheren Windstärken der (berechtigte) Vorwurf, seinen eigenen Sorgfaltspflichten nicht nachgekommen zu sein.

Es gibt eine Reihe von Arbeitspapieren und Leitfäden (siehe weiter unten), die insbesondere in der Zeit nach der Katastrophe auf der Loveparade 2010 in Duisburg entwickelt wurden. Entsprechend gibt es auch viele Unternehmen, die Sicherheitskonzepte anbieten – und viele verkaufen ihr Konzept als das einzig Wahre und das einzig Richtige.

Oft leiden “Sicherheitskonzepte” schon an grundlegenden Mängeln, z.B.

  • Die Aufgaben und Entscheidungsträger durcheinander gebracht oder nicht korrekt bezeichnet
  • Wichtige Beteiligte kennen die Inhalte des Konzepts nicht
  • Maßnahmen werden nicht konkret zugewiesen (Beispiel: „Es ist zu kontrollieren“ → wer konkret soll wann kontrollieren?)
  • Verschriftlichte Maßnahmen dienen nur der Optik, ohne dass dahinter konkrete Umsetzungsmaßnahmen stehen
  • Das Konzept beinhaltet nichtssagende Feststellungen, „man“ müsse dann im Einzelfall entscheiden

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Ausgewählte Fragen zum Sicherheitskonzept:

Grundlegende Feststellungen für ein Konzept

Die Beschreibung der Veranstaltung dient als Grundlage für die Risikoanalyse und Überlegungen notwendiger Maßnahmen. Solche Faktoren können bspw. sein:

  • Wann findet die Veranstaltung statt?
  • Wie lange dauert die Veranstaltung?
  • Wo findet die Veranstaltung statt (Indoor, Outdoor, bauliche oder natürliche Gegebenheiten)?
  • Wie viele Besucher werden erwartet (zeitgleich, über die Veranstaltungsdauer verteilt?)? Gibt es Beschränkungen durch bauliche Anlagen, oder ist mit weniger kontrollierbarem Zulauf zu rechnen?
  • Wie setzt sich das Zielpublikum zusammen? (Alter, regional/überregional, friedlich/aggressiv, eventerfahren)
  • Wie reisen die Besucher an und ab?
  • Werden Besucher in die Veranstaltung einbezogen bzw. zu Handlungen animiert?
  • Gibt es Künstler oder Prominente, die Einfluss auf den Ablauf der Veranstaltung haben können?
  • Gibt es ggf. bekannte Risiken oder Probleme aus vorvergangenen Veranstaltungen?

Empfehlung: Arbeiten Sie hier sorgfältig; das gilt auch dann, wenn Sie Fachleute beauftragen, für Sie ein Sicherheitskonzept zu erstellen. Achten Sie darauf, dass der Auftragnehmer die Umstände der Veranstaltung genau kennt. Vermeiden Sie Beschönigungen!

Kann die Behörde ein Sicherheitskonzept verlangen?

Was kann die Behörde vom Veranstalter verlangen? Hierzu stellt sich bspw. die Frage, ob die Behörde ein Sicherheitskonzept verlangen oder darauf Einfluss nehmen kann.

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Ist ein Sicherheitskonzept auch bei Kleinveranstaltungen erforderlich?

Typischerweise wird das Sicherheitskonzept mit Großveranstaltungen in Verbindung gebracht.

Müssen auch Kleinveranstalter ein Sicherheitskonzept erstellen?

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Checkliste Veranstaltungssicherheit

In unseren Checklisten haben wir auch eine Checkliste zum Thema Veranstaltungssicherheit.

Beachten Sie bitte, dass diese Checkliste nur eine Ideensammlung ist und nicht als vollständig verstanden werden darf.

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Checkliste zu Risiken auf einer Veranstaltung

Hier finden Sie eine Übersicht zu typischen, aber auch oft unterschätzten Risiken für die Veranstaltung, Mitwirkende, Beschäftigte und Besucher, die Sie bei Ihrer Gefährdungsbeurteilung unterstützen kann:

zur Checkliste

Leitfäden u.a. aus den Bundesländern

Hier finden Sie einige Dokumente, Leitfäden usw. zum Thema Veranstaltungssicherheit:

Rechtsberatung: Online oder telefonisch

Rechtsberatung vom Fachmann: Rechtsanwalt Thomas Waetke berät Veranstalter, Agenturen, technische Gewerke, Konzeptersteller, Genehmigungsbehörden, Vermieter von Locations usw. zu allen Fragen aus dem Eventrecht.

Weiterführender Link:

Veranstaltungssicherheit

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