Eventagentur

Begriff aus dem Lexikon
Eventagentur

Die Eventagentur ist typischerweise nicht Veranstalter, sondern organisiert im Auftrag des Veranstalters einen Event. Dabei tauchen u.a. folgende Problemstellungen immer wieder auf:

Der Auftrag an die Eventagentur

Der Auftrag „Organisation einer Veranstaltung“ ist problematisch, da sich dann oft die Frage stellt, was man unter Organisation verstehen kann. Es ist daher sinnvoll, wenn im Auftrag an die Agentur (siehe hier eine Checkliste dazu) möglichst deutlich formuliert ist,

  • was die Agentur machen soll, und/oder
  • was die Agentur nicht machen soll.

Die Agentur ist grundsätzlich aufklärungspflichtig gegenüber ihrem Auftraggeber, d.h. sie muss ihn auf wichtige Aspekte hinweisen (und zwar auch ungefragt!).

Die Agentur ist ebenfalls grundsätzlich verpflichtet, eine rechtlich einwandfreie Leistung abzuliefern, d.h. die von ihr organisierte Veranstaltung muss u.a.

  • genehmigungsfähig,
  • realisierbar,
  • ordnungsgemäß bzw. rechtmäßig durchführbar sein sowie
  • sich im Rahmen des Budgets des Kunden halten.

Das bedeutet, dass die Agentur (ebenso wie jeder andere Beratungsdienstleister auch!) bspw. prüfen muss, ob die ausgesuchte Location tatsächlich ordnungsgemäß betriebsbereit ist usw.

Zwischen einer Eventagentur und ihrem Kunden kommt ein Dienstvertrag oder ein Werkvertrag zustande; in den meisten Fällen dürfte es ein Werkvertrag (§ 631 BGB) sein, da die Eventagentur den Erfolg „durchführbare Veranstaltung“ verspricht. Die Unterscheidung hat Auswirkungen auf Kündigungsmöglichkeiten (siehe § 643 BGB und § 649 BGB) und u.a. auch die Vergütung der Agentur bei Kündigung durch den Veranstalter (siehe u.a. § 649 BGB).

Stellvertreter oder Generalunternehmer?

Die Agentur kann Stellvertreter oder Generalunternehmer des Veranstalter sein:

Stellvertreterin ist sie, wenn sie in Vollmacht im Namen und auf Rechnung des Veranstalters auftritt: Sie mietet im Namen des Veranstalters die Location, und hat hierfür vom Veranstalter die Vollmacht erhalten. Der Mietvertrag kommt dann zwischen Vermieter und Veranstalter zustande (siehe u.a. § 164 BGB).

Generalunternehmerin ist sie, wenn sie mit dem Veranstalter einen Vertrag schließt, und sich darin verpflichtet, eine komplette Veranstaltung zu liefern. Dazu schließt sie selbst in eigenem Namen und auf eigene Rechnung dann einen Vertrag mit Subunternehmern (z.B. dem Hotel, dem Beförderer, dem Caterer usw.). Sie ist dann allerdings auch für die Schäden mitverantwortlich, die ihre Subunternehmer verursachen.

Beiträge zum Eventmanagement:

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