Bei einem Feuer in einer bekannten Bar im Skiort Crans-Montana (Schweiz) sollen am frühen Neujahrstag mindestens 40 Menschen ums Leben gekommen sein, 119 weitere wurden teils schwer verletzt.
Das Feuer war im Untergeschoss der Bar ausgebrochen, in dem vornehmlich jüngere Gäste feierten.
50 Patienten mit schweren Brandverletzungen wurden in spezialisierte Kliniken nach Deutschland, Frankreich, Belgien und Italien gebracht.
Über die Hälfte der Toten sind minderjährig, davon 8 unter 16 Jahren, die Jüngste erst 14 Jahre alt. 34 der 40 Toten wurden an der Treppe gefunden, die vom Untergeschoss nach oben führte.
Gegen 01:30 Uhr erfolgte ein erster Notruf aus der bei Touristen beliebten Bar, die Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot im Einsatz, u.a. mit 13 Rettungshubschraubern. Über dem Ort wurde eine Flugverbotszone eingerichtet.
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass brennende Partyfontänen auf Champagnerflaschen, die von Personen in die Höhe gehalten wurden, das an der Decke angebrachte Material entzündet haben könnten.
Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen das Betreiber-Ehepaar eingeleitet wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Verursachung einer Feuersbrunst. Bei den Ermittlungen müsse unter anderem geklärt werden, welche Materialien verbaut worden seien, welche Umbauten es gegeben habe und ob alle Brandschutzvorschriften eingehalten wurden.
Der Ehemann wurde in U-Haft genommen. Er hat eingeräumt, dass der zweite Notausgang von innen verschlossen gewesen sei; warum, wisse er nicht.
Gemeindevertreter haben eingeräumt, dass es seit 2020 keine Kontrollen mehr in der Bar gegeben habe.
Die Location war für 100 Personen im Erdgeschoss, und für 100 Personen im Untergeschoss zugelassen.
Die folgenden Punkte stammen aus Medienberichten, die von offizieller Seite nicht bestätigt sind:
Aus dem Untergeschoss habe es nur eine freie Treppe nach oben gegeben, offenbar kam es an dieser Treppe zu einem Gedränge.
Die Treppe soll beim Umbau der Bar vor 10 Jahren vom Betreiber verschmälert worden sein; ursprünglich hieß es, die Treppe sei danach 1,37 Meter breit gewesen, in einem Untersuchungsbericht ist nur noch von 1 Meter die Rede.
Ein zweiter Rettungsweg war wohl vorhanden, soll sich aber ein einem separaten Raum befunden haben, und nur von wenigen Gästen genutzt worden sein. Einem Gast zufolge, der die Bar vor dem Unglück öfter besucht hatte, soll dieser zweite Rettungsweg innen mit einem Sofa und von außen mit Gegenständen blockiert gewesen sein.
Besucher berichteten, dass sie keine Feuerlöscher gesehen hätten (Hinweis: Es soll zumindest 1 Feuerlöscher gegeben haben). Andere berichteten, dass es wohl auch keine Löschversuche mit Feuerlöschern gegeben habe.
Die Decke im Untergeschoss soll mit schallabsorbierendem Schaumstoff belegt worden sein.
Der Betreiber teilte mit, die Bar sei in den letzten 10 Jahren dreimal durch Behörden kontrolliert und nicht beanstandet worden. In der Schweiz müssen Experten zufolge öffentlich zugängliche Gebäude einmal pro Jahr kontrolliert werden; sie kritisieren allgemein die laschen Kontrollen offenbar insbesondere im Kanton Wallis; die Behörden würden stark auf die Eigenverantwortung der Betreiber setzen. Der Bürgermeister von Crans-Montana erklärte: „Bei der Kontrolle von Bars gab es bei der Gemeinde Crans-Montana keine lasche Haltung.“ (Hinweis: Der Bürgermeister hat diese Aussage wieder zurückgenommen, s.o.).
Ein Barkeeper aus Crans-Montana, der öfter die Bar besuchte, soll gesagt haben: „Alle im Ort wussten, das läuft irgendwann schief.“
Der Schaumstoff, der offenbar in der Decke verbaut wurde, befand sich wohl auch in der Wand; Medien stießen bei Recherchen auf eine alte Facebook-Seite, die im Gegensatz zum ursprünglichen Profil der Bar nicht gelöscht ist, und dort auf Fotos, die den Umbau 2015 zeigten.
(Artikel wird ständig aktualisiert, zuletzt am 10.01.2026, 15:30 Uhr).
