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aus dem Eventrecht

Zwei Wendler ist ein Wendler zu viel

Von Thomas Waetke 15. März 2012

Das Landgericht Düsseldorf hat die Klage des Sängers Frank Wendler gegen den Schlagerstar Michael Wendler abgewiesen, mit Frank dem Michael verbieten lassen wollte, dass der sich auch „Der Wendler“ nenne.

Der Sänger Frank Wendler heißt so von Geburt an und hatte 2008 die Marke „Der Wendler“ beim DPMA eintragen lassen.

Daher wollte er von dem bekannten Schlager-Sänger Michael Wendler, der von Geburt aus eigentlich Skowronek heißt, verlangen, dass der sich nicht mehr „Der Wendler“ nennt.

Vor dem LG Düsseldorf ging der Schuss dann aber erstmal nach hinten los:

Der Sänger mit dem bürgerlichen Namen Wendler könne dem Schlagerstar Wendler nicht verbieten, sich „Der Wendler“ zu nennen. Dies ergäbe sich schon allein aus dem hohen Bekanntheitsgrad des Michael Wendler, der seit 1998 mit diesem Namen auftritt und mehrere Alben und Singles erfolgreich hervorgebracht hat sowie große Konzerte spielt.

Eine Verwechslung mit dem eher unbekannten Sänger Frank Wendler scheide daher aus, so das Gericht.

Hinzu komme sogar noch, dass dem Schlagerstar Michael Wendler die älteren Rechte an der Marke „Der Wendler“ zustünden, so dass dieser auch die Löschung der Wortmarke vom Kläger verlangen könne.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

LEGO hat dieses Schicksal auch schon erfahren müssen: Nur weil eine Marke eingetragen ist, heißt das nicht, dass sie nicht auch ganz fix wieder gelöscht werden kann. Die Eintragung erfolgt normalerweise nur über einen Sachbearbeiter beim Deutschen Patent- und Markenamt; erfolgt nach der Ankündigung kein Widerspruch und sieht der Sachbearbeiter keine formellen Probleme, wird die beantragte Marke eingetragen.

Unabhängig davon kann sich aber ein Dritter später noch immer gegen die Eintragung wehren und die Löschung der Marke verlangen.

Im „Wendler-Fall“ hatte das Landgericht festgestellt, dass der Schlagerstar Michael Wendler doch sehr bekannt ist, dagegen der Markeninhaber so gut wie gar nicht. Außerdem nutzte der Schlagerstar den Namen „Der Wendler“ bereits seit 1998, der Geburts-Wendler hatte seine Marke aber erst 2008 eintragen lassen.

Damit aber besteht ein „stärkeres“ Recht zu Gunsten des Schlager-Stars Michael Wendler, auch wenn der keine Marke hatte eintragen lassen.

Durch eine Markeneintragung kann aber kein Markenrecht entstehen, wenn die Marke erheblich später als der tatsächlich bereits genutzte Name eingetragen wird und der Markeninhaber dann auch noch deutlich weniger bekannt ist als derjenige, der den Namen bereits nutzt.

An diesem Beispiel sieht man aber erneut, wie wichtig eine ordentliche Prüfung des Namens sein kann: Wer einen Namen für eine Band, einen Künstler oder eine Veranstaltung kreiiert, sollte vor der Nutzung prüfen (lassen), ob der Name bereits anderweitig geschützt ist. Lesen Sie dazu unseren Beitrag Augen auf bei der Namenswahl.