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aus dem Eventrecht

Zwei Tote bei Canyoning in Tirol

Von Thomas Waetke 25. Mai 2012

Bei einem Unfall während einer Canyoning-Tour sind im Ötztal (Österreich) zwei Personen ums Leben gekommen. Als ein Teilnehmer durch einen Strudel unter Wasser gezogen wurde, sprang eine Canyoningführerin hinterher, um ihm zu helfen, wurde aber auch unter Wasser gezogen und ertrank. Die anderen Teilnehmer wurden von der Bergrettung aus dem Canyon begleitet.

 Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Das Canyoning dient gerne als Incentive-Maßnahme, d.h. bei Aktion-Ausflügen mit Mitarbeitern oder Kunden.

Die Organisatoren solcher Incentives müssen genau prüfen, ob es sich bei einer Canyoning-Tour um einen Betriebsausflug handelt, denn nur dann besteht der gesetzliche Unfallversicherungsschutz.

Erforderlich für einen der Unfallversicherung unterfallenden Betriebsausflug ist aber u.a., dass dieser allen Mitarbeitern zur Teilnahme offensteht. Geht also bspw. nur ein Teil der Mitarbeiter auf Canyoning-Tour bzw. wird nur ein Betriebsteil eingeladen, dann ist das kein Betriebsausflug im Sinne der gesetzlichen Unfallversicherung! Da die Unfallversicherung aber deutlich mehr Leistungen führt wie die normale Krankenversicherung, sollte in solchen Fällen unbedingt eine separate Unfallversicherung freiwillig abgeschlossen werden.