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Zuschauer muss Verbandsstrafe erstatten

Zuschauer muss Verbandsstrafe erstatten

Von Thomas Waetke 15. Mai 2015

Wenn ein Zuschauer bei einem Fußballspiel einen Böller wirft und damit dafür sorgt, dass der ausrichtende Verein eine Verbandsstrafe bezahlen muss, muss diese Strafzahlungen dem Verein erstatten.

Dies hat das Landgericht Köln entschieden.

Es komme nicht darauf an, so das Gericht, ob in der Stadionordnung das Mitbringen von Böllern verboten sei; es sei offensichtlich auch ohne ausdrückliche Regelung eine „erhebliche Verletzung der dem Zuschauer obliegenden Rücksichtnahmepflicht“ im Sinne des § 241 Abs. 2 BGB.

Zwischen dem Zuschauer und dem Verein kommt bekanntlich ein Vertrag zustande; dieser Vertrag beinhaltet immer auch Rücksichtnahmepflichten – und zwar auch dann, wenn sie nicht ausdrücklich im Vertrag vereinbart werden; sie gelten quasi automatisch allein aufgrund der Tatsache, dass der Vertrag geschlossen wurde. Wenn nun der Zuschauer einen Böller in die Ränge wirft, dann verletzt er damit diese vertraglichen Pflichten.

UPDATE vom 22.09.2016: Der Bundesgerichtshof hat die Entscheidung des LG Köln bestätigt:

Fußball: Krawallmacher machen sich schadenersatzpflichtig

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  • Liegender Richter-Hammer aus Gerichtssaal: © Natalia Merzlyakova - Fotolia.com