News + Aktuelles

aus dem Eventrecht

Zulässigkeit von Ambush Marketing

Von Thomas Waetke 27. Februar 2014

Im Marketing gibt es eine große Vielzahl rechtlicher Fallstricke – ein berühmtes Beispiel ist das so genannte Ambush Marketing: Der Werbende nutzt eine fremde Veranstaltung aus, an der er nicht beteiligt ist. Dies ist solange unkritisch, wie er nicht den Eindruck erweckt, er sei an den Veranstaltung bspw. als Sponsor beteiligt. Wer also im Einzugsbereich einer Veranstaltung Werbung betreibt, handelt nicht grundsätzlich rechtswidrig. Dies gilt auch dann, wenn über ein Gewinnspiel Eintrittskarten für ein Musikkonzert verlost werden:

Ein Gewinnspielveranstalter hatte mehrere Eintrittskarten für große Musikfestivals ausgelobt, und mit diesem Gewinnspiel eigene Produkte beworben.

Die Veranstalter der Festivals forderten vom Gewinnspielveranstalter, dieses Verhalten zu unterlassen, und beriefen sich darauf, er würde einerseits unlauter handeln, weil er Verbraucher darüber in die Irre führen würde, dass er Sponsor der Festivals sei, und andererseits würde er gegen ihre Markenrechte verstoßen, indem er ihre Marken im Gewinnspiel genannt hatte.

Der Fall landete schließlich vor dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main. Das OLG hat nun entschieden, dass die Nennung der Marke eines Musikkonzerts im Rahmen eines Gewinnspiels, bei dem Teilnehmer Eintrittskarten gewinnen können, nicht die Markenrechte des Konzertveranstalters verletzt – zumindest dann, wenn die Markennennung zurückhaltend erfolgt.

Außerdem: Jedenfalls soweit Eintrittskarten nicht personalisiert seien und deren Weitergabe keinen Beschränkungen unterliege, habe der Verkehr nicht die Vorstellung, diese dürften nur mit Zustimmung des Festivalveranstalters als Gewinn ausgelobt werden, so das Gericht.