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Zivilverfahren zum Loveparade-Unglück

Zivilverfahren zum Loveparade-Unglück

Von Thomas Waetke 5. September 2016

Vor dem Landgericht Duisburg fanden vergangene Woche weitere Verhandlungstermine über Zivilklagen nach dem Loveparade-Unglück 2010 statt.

Insgesamt laufen beim Landgericht Duisburg nur wenige Zivilklagen überhaupt, ca. 90% der Betroffenen wurden außergerichtlich entschädigt. Die Verhandlungstermine am Donnerstag zeigten, wie schwierig es aber ist, Ansprüche durchzusetzen.

Eine Klägerin war gar nur Zuschauerin aus der Ferne, und gar nicht selbst direkt vor Ort. Sie habe später erfahren, dass es Tote gegeben habe und will eine posttraumatische Störung erlitten haben. Die Zivilkammer deutet in der Verhandlung aber an, dass sie hier keine Ansprüche sehen würde.

Eine andere Klägerin, die seinerzeit mitten im Gedränge war und mit dem Kopf gegen die Tunnelwand gestoßen wurde, fordert 70.000 Euro von der Fa. Lopavent GmbH als Veranstalterin, deren Geschäftsführer Rainer Schaller, der Stadt Duisburg und dem Land NRW. Das Gericht deutete an, allenfalls Ansprüche gegen den Veranstalter zu sehen. In diesem Fall problematisch ist aber, dass die Klägerin behauptet, nach dem Vorfall unter psychischen Schäden zu leiden, sie aber schon vorher aufgrund einer Vorerkrankung in psychischer Behandlung war. Das Gericht erklärte, dass hier für die Ermittlung des Schadenersatzes bzw. Schmerzensgeldes eine Abgrenzung von Vorerkrankung zu der Erkrankung durch das Unglück schwierig sei.

In einem dritten Fall verlangt die Klägerin 56.000 Euro, sie war in dem Gedränge auf den Boden gedrückt worden. Da aber viele Belege und Arztatteste fehlten, schlug das Gericht eine vergleichsweise Zahlung von 11.000 Euro vor.

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  • Stehender Richter-Hammer aus Gerichtssaal: © sergign - Fotolia.com