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Wochenarbeitszeit reduzieren ist die Lösung! Oder doch nicht?

Wochenarbeitszeit reduzieren ist die Lösung! Oder doch nicht?

Von Thomas Waetke 16. Juli 2019

In den vergangenen Tagen hatte ich viele Gespräche zum Thema Arbeitszeit, nachdem der Europäische Gerichtshof kürzlich entschieden hatte, dass gemäß der EU-Arbeitszeitrichtlinie die Arbeitgeber zu verpflichten seien, jede Arbeitszeit der Mitarbeiter aufzuzeichnen (und nicht nur wie bisher in Deutschland die Überstunden).

Aktuell wirbt ein Unternehmen damit, dass man die 5-Stunden-Woche eingeführt habe, bei Beibehaltung des vollen Gehalts und des vollen Urlaubsanspruchs. Hintergrund sei, dass man ohnehin nicht 8 Stunden “voll” arbeiten könne. In einem Nebensatz heißt es dann aber, dass es Wochenziele gebe, die eingehalten werden müssten.

Das Problem sehe ich nicht in der Frage, ob der Mitarbeiter 4 oder 8 Stunden am Tag arbeiten muss, sondern wie viel der Mitarbeiter insgesamt zu tun hat. Was hilft dem Mitarbeiter die Reduzierung auf 5 Stunden am Tag, wenn er die Arbeit in den 5 Stunden aber nicht schaffen kann? Oftmals führt eine Arbeitszeitreduzierung (bspw. auch bei Teilzeitbeschäftigungen) zur Arbeitsverdichtung – der Stress wird dadurch nicht weniger, er verdichtet sich nur auf weniger Stunden und macht es damit letztlich auch nicht besser.

Ich kenne einige Teilzeitbeschäftigte, die unter dem Strich genauso viel arbeiten wie die Vollzeitbeschäftigten. Ich kenne auch Mitarbeiter, die im Homeoffice arbeiten dürfen, aber dort deutlich mehr arbeiten als im Büro: Denn sie haben Angst, dass man ihnen unterstellen könnte, sie würden zu Hause nur auf der Couch herumsitzen.

 

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