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Will der Besucher gerettet werden?

Will der Besucher gerettet werden?

Von Thomas Waetke 29. August 2017

Es passiert immer wieder und leider nicht selten: Veranstaltungen müssen abgebrochen werden, weil das Wetter nicht mitspielt. Manchmal stellt man dabei dann fest, dass ein Akteur nicht mitspielt: Der Besucher. Er will sich nicht verscheuchen lassen vom Gelände. Warum nicht? Vielleicht, weil er noch nicht sehen kann, dass ein Unwetter naht. Vielleicht, weil es ihm egal ist. Vielleicht, weil er meint, es sei ohnehin alles übertrieben. Oder vielleicht, weil er sich nichts sagen lassen will.

Es kommt nun zu einer vertrackten Situation: Der Veranstalter ist verpflichtet (oder er fühlt sich verpflichtet), seine Besucher zu schützen. Manchmal habe ich aber nur das Gefühl, dass es der Veranstalter dann auch mit seiner Fürsroge übertreibt: Wovor soll der Besucher eigentlich geschützt werden? Und wie weit geht dieser Schutz bzw. dieser Schutzanspruch?

Man stelle sich ein Stadtfest vor. Ein Unwetter zieht auf. Es gibt nun Veranstalter, die stellen ihren Besuchern Schutzräume zur Verfügung. Was ich davon halte, habe ich hier beschrieben: Räumung nach Unwetter: Schutzraum sicher genug?

Aber auch generell sollte ein Veranstalter darüber nachdenken, wieviel Schutz und wieviele Maßnahmen tatsächlich (1.) sinnvoll und (2.) notwendig sind.

Man bedenke: Nur weil etwas sinnvoll ist oder erscheint, ist es noch lange nicht notwendig. Wenn ich aber eine Maßnahme freiwillig mache, bin ich für ihre ordentliche Umsetzung auch voll verantwortlich.

Und nun zur Kernfrage: Muss ein Besucher einer Veranstaltung sicherer sein als wenn er sich sonst frei in der Stadt bewegt? Das sicherlich nicht; er darf nur nicht wesentlich mehr gefährdet sein:

Bauten wie z.B. die Bühne, Tribünen, Zelte, Verkaufsbuden usw. sind so aufzustellen, dass sie auch einem Sturm standhalten können. Tun sie das nicht, dann muss der Veranstalter sie vor einem Sturm abbauen oder die Besucher rechtzeitig vorher wegschicken.

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Hand ragt aus dem Wasser: © Andrey Kuzmin - Fotolia.com