News + Aktuelles

aus dem Eventrecht

Wiesn: Besucherin fällt vom Dach

Von Thomas Waetke 19. September 2011

Eine Australierin ist betrunken auf das Dach eines Verkaufsstandes geklettert. Ihr Versuch, von dort wieder herunterzukommen war schneller beendet als geplant: Sie stürzte rund 3 Meter in die Tiefe und zog sich dabei u.a. eine Gehirnerschütterung und einen Bruch zu.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke

Den Hinweis, dass Dächer typischerweise nicht zum Herumlaufen gedacht sind, spare ich mir. Letztlich muss ein Budenbetreiber auch nicht damit rechnen, dass ein Besucher auf sein Dach klettert, wo man ersichtlich nichts zu suchen hat. Sagen wir mal, nach deutschem Recht ist das jedenfalls so. Vielleicht sind die Australier ja Warnschilder gewohnt: „Nicht auf das Dach steigen – Absturzgefahr“.

Grundsätzlich muss ein Verkehrssicherungspflichter das Erforderliche und Zumutbare unternehmen, um Schaden zu verhindern. Dabei darf er von einem durchschnittlich sorgsamen Besucher ausgehen.

So wäre eine Pflicht zum Handeln des Betreibers/Veranstalters wohl allenfalls dann zu bejahen, wenn man ohne große Probleme mit einem großen Schritt auf das Dach gelangt, bspw. weil davor eine Tribüne steht o.Ä.