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aus dem Eventrecht

Wetten, dass…? Hätte die Wette abgebrochen werden müssen?

Von Thomas Waetke 8. November 2012

Bei der „Wetten dass…?“-Sendung am vergangenen Samstag Abend kam es bei einer Wette fast zu einem schweren Unfall: Mit einem Jo-Jo wollte ein Wettkandidat eine Tischdecke von einem halbwegs gedeckten Tisch ziehen, ohne dass Geschirr dabei herunterfällt.

Aufgestellt waren 10 kleine Tische, an jedem Tisch saß ein prominenter Wett-Pate. An Tisch zwei saß der Geiger David Garrett. Als der Kandidat den Jo-Jo in Schwung brachte, riss offenbar die Nylonschnur, der Jo-Jo schoss wenige Zentimeter am Kopf des Stargeigers und am Moderator Markus Lanz vorbei.

Die Wette wurde innerhalb der laufenden Zeit weiter geführt, bei anderen Wett-Paten hielt der Moderator seine Moderationskarten vor deren Gesicht.

Der Kandidat hinterher: Dass die Schnur reißt, sei ihm noch nie passiert…

M.E. hätte die Wette aus Sicherheitsgründen unterbrochen werden müssen. Denn wäre das, was eben erst das erste Mal passiert war, noch ein zweites Mal passiert und dabei einen Wettpaten am Kopf getroffen, wäre das für die Live-Show unschön und vor allem sehr teuer geworden: Wenn so ein Jo-Jo mit voller Wucht gegen den Kopf prallt oder ins Auge fliegt, dann dürfte da mehr passieren als einer blauer Fleck.

Spätestens bei dem ersten Beinahe-Unfall hätten die Verantwortlichen eigentlich erkennen müssen, wie gefährlich die Wette doch ist – und reagieren müssen. An sich hätte man schon bei den Proben erkennen können, dass die Wette nicht gänzlich ungefährlich sein kann.

Die Wette hätte man ja unschwer wiederholen bzw. fortsetzen können, allerdings ohne dass die Wettpaten direkt hinter dem Tisch und damit genau in der Schusslinie des Jo-Jo´s sitzen müssen.