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aus dem Eventrecht

Wer Kunst bestellt, muss sie auch gut finden

Von Thomas Waetke 16. April 2012

Wer einen Künstler mit der Herstellung eines Kunstwerkes beauftragt, ohne das Ergebnis genauer zu konkretisieren, muss damit leben, dass ihm nachher das Kunstwerk nicht gefällt. Dies hat das Amtsgericht München entschieden.

Wenn der beauftragte Künstler das Kunstwerk grundsätzlich ordentlich herstelle, habe er seine vertraglich geschuldete Pflicht erfüllt.

Grundsätzlich müsse jemand, der einen Künstler beauftrage, sich vorher mit dessen künstlerischen Eigenarten und Auffassungen vertraut machen. Der Künstler schaffe das Werk in eigener Verantwortung und in künstlerischer Freiheit. Solange der vereinbarte Zweck und die tragende Idee vorhanden seien, sei das Werk vertragsgemäß, so das Gericht.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Dies gilt auch für den Auftrag an einen Webdesigner oder Graphiker, der einen Werbeflyer erstellen soll. Je mehr vertraglichen Spielraum er hat (= je weniger Vorgaben er hat), desto mehr kann er machen, was er schön findet.

Das Oberlandesgericht Karlsruhe hatte dies auch einmal in Bezug auf ein Feuerwerk entschieden: Der Veranstalter wollte ein Feuerwerk „So wie bei der Veranstaltung XY“. Dann dürfe er aber nicht hinterher kommen und behaupten, er hätte sich was ganz anderes vorgestellt. Lesen Sie dazu unsere Nachricht Thema verfehlt: Keine Minderung.