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aus dem Eventrecht

Wer in das Taxi …, zahlt!

Von Thomas Waetke 20. September 2010

Nun wäre das endlich auch einmal richterlich entschieden: Wer sich in einem Taxi übergeben muss, zahlt die Reinigung.

Und: Wenn der Taxifahrer allerdings trotz Hinweise des Fahrgastes, sich bald übergeben zu müssen, nicht anhält, dann bleibt er auf einem Teil der Reinigungskosten sitzen.

Das Amtsgericht (kurz: AG) München hatte sich jüngst mit einer Klage eines Taxifahrers gegen seinen ehemaligen Fahrgast auseinanderzusetzen; der Taxifahrer wollte ca. 250 Euro Schadenersatz haben, da er sein Auto reinigen musste, nachdem der Fahrgast sich die letzten Stunden hatte durch den Kopf gehen lassen.

Der Fahrgast kam zuvor vom Münchener Oktoberfest (2009) und bestieg mit seiner Freundin das Taxi. Da der Fahrgast bereits angetrunken in das Taxi stieg, musste er damit rechnen, sich übergeben zu müssen, so das Gericht. Daher müsse er im Ergebnis Schadenersatz zahlen. Da aber der Fahrgast den Taxifahrer auf mögliche Probleme aufmerksam machte und der Taxifahrer nicht anhielt, muss sich dieser einen Teil des Schadens selbst zurechnen. Im Nachhinein konnte aber nicht mehr geklärt werden, wie eindringlich der Fahrgast den Taxifahrer zum Halten aufgefordert hatte – wie kurz also das Übergeben bevorstand. Daher hatte das Gericht dem Fahrer ein hälftiges Mitverschulden angelastet, der klägerische Taxifahrer erhält also nur die Hälfte seines Schadens ersetzt.