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Wenn der Schaden gigantisch sein kann, steigen die Anforderungen an die Abwehr

Wenn der Schaden gigantisch sein kann, steigen die Anforderungen an die Abwehr

by 8. August 2018

Vor ein paar Tagen hat eine Frau versehentlich den Flughafen München lahmgelegt: Sie verließ den Kontrollbereich, um eine Plastiktüte für Flüssigkeiten zu beschaffen, und kehrte durch eine ungenutzte Sicherheitsschleuse zurück, offenbar, weil sie nicht so lange warten wollte. Der zuständige Mitarbeiter hatte das nicht bemerkt, weil er in ein Gespräch verwickelt war, erst ein anderer Mitarbeiter machte darauf aufmerksam – zu spät, denn die Frau war dann schon verschwunden. Daraufhin wurde der Bereich geräumt, tausende Passagiere mussten stundenlang warten, hunderte Flüge fielen aus.

Es gibt viele Konstellationen, in denen ein kleiner Fehler zu einem gigantischem Schaden führen kann. Wenn wir uns Veranstaltungen anschauen: Die mögliche Schadenshöhe kann dazu führen, dass der Verkehrssicherungspflichtige auch seine Schutzmaßnahmen erhöhen muss, um einen extrem hohen Schaden zu vermeiden. Je höher das Schadenspotential, desto höher die Anforderungen.

Man sieht aber auch, wie schnell so etwas passieren kann: Eine Besucherin, die nicht nachdenkt, aber auch nichts Böses will. Ein zuständiger Mitarbeiter, der abgelenkt ist. Zack, ein Schaden von mindestens einer Million Euro allein für den Flughafen.

Wir halten fest: Je höher ein Schaden ausfallen kann, desto höher die Anforderungen, solchen Schaden zu vermeiden – jedenfalls verschiebt sich damit auch die Zumutbarkeitsgrenze für den Verkehrssicherungspflichtigen.

 

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  • Geld im Wasser: © M. Schuppich - Fotolia.com