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aus dem Eventrecht

Wegen Überfüllung geschlossen

Von Thomas Waetke 12. April 2013

Das liest oder hört man oft, wenn man noch irgendwo rein möchte, auch in Pressemeldungen schmückt sich ein Veranstalter gerne mit dem Hinweis, dass seine Veranstaltung „überfüllt“ war…. „nichts ging mehr“. Was bedeutet das aber?

Der Wortteil „über“ in Überfüllung heißt ja nichts anders, als dass sich mehr Personen in der Location befunden haben, als ihr gut tut – bzw. als zulässig.

Eine Überfüllung muss also schon im Vorfeld verhindert werden, zu der dürfte es, wenn sich alle an die Regeln halten, gar nicht kommen. Selbst wenn die Location „voll“ ist und sich die Besucher bspw. vorne an der Bühne drängeln, dann müsste es noch genügend ausgedünnte Flächen geben.

Die „Überfüllung“ dürfte es also eigentlich im Sprachgebrauch des verantwortungs- bewussten Veranstalters gar nicht geben.

Grundsätzlich gilt die Berechnungsformel des § 1 Abs. 2 MVStättV, bei Veranstaltungen mit stehendem Publikum dürfen also nur 2 Personen pro Quadratmeter gerechnet werden – ggf. reduziert sich diese Zahl nochmals aufgrund der Rettungswegsituation.

Lesen Sie dazu unseren Beitrag Berechnung der Besucherzahl. Grundsätzlich gibt es für die Versammlungsstätte eine maximale Personenzahl, die nicht überschritten werden darf.

Für die Einhaltung dieser Personenzahl sind verantwortlich:

1.) Für Versammlungsstätten im Rahmen der Versammlungsstättenverordnung:

  • Betreiber (§ 32 Abs. 1, § 38 MVStättV),
  • Ordnungsdienstleiter und -mitarbeiter (§ 43 Abs. 4 MVStättV bzw. kraft Auftrag), sowie
  • Veranstalter (im Rahmen seiner Verkehrssicherungspflicht und/oder nach Übertragung gemäß § 38 Abs. 5 MVStättV).

2.) Für alle anderen Versammlungsstätten:

  • Veranstalter (im Rahmen seiner Verkehrssicherungspflicht), sowie
  • zumindest der Ordnungsdienst bzw. Ordnungsdienstleiter (kraft Auftrag).