News + Aktuelles

aus dem Eventrecht
Webdesigner haftet für Urheberrechtsverletzung

Webdesigner haftet für Urheberrechtsverletzung

Von Thomas Waetke 25. Oktober 2016

Viele Unternehmen beauftragen Webdesigner oder Graphiker für die Erstellung einer Werbebroschüre, des Internetauftritts oder sonstiger Werbemittel.

Dabei übersieht dann der Auftraggeber häufig, dass er für Rechtsverletzungen, die sein Auftragnehmer in den Werbemitteln „platziert“, auch verantwortlich ist:

Das Unternehmen beauftragt den Designer; der beschafft sich bei einer Bildagentur ein Foto und setzt es in das Print-Werbemittel ein. Dieses Werbemittel wird dann vom werbenden Unternehmen in die Öffentlichkeit gebracht. Nach einer Weile stellt der Fotograf des Bildes fest, dass sein Foto in dem Werbemittel verwendet wird – er wusste aber gar nichts davon, dass sein Foto über die Bildagentur verbreitet wird. Das kann tatsächlich passieren, bspw. wenn ein Dritter schon unerlaubt das Foto bei der Bildagentur einstellt.

Der Fotograf kann dann dem werbenden Unternehmen eine Abmahnung schicken – denn das Unternehmen dürfte mit dem Foto nur werben, wenn es die dafür notwendige Nutzungsrecht hat (hier wären notwendig das Vervielfältigungsrechts nach § 16 UrhG und das Verbreitungsrecht nach § 17 UrhG).

Keine notwendige Rechte?!

Aber: Der beauftragte Designer hat das Foto von einer Bildagentur bezogen, die selbst schon gar nicht über die notwendigen Rechte verfügt hatte. Daher konnte auch der Designer nicht die Rechte beschaffen (selbst wenn er dies geglaubt hatte!) und seinem Kunden weiter einräumen.

Auch das werbende Unternehmen kann sich nicht darauf berufen, „im guten Glauben“ gehandelt zu haben bzw. darauf vertraut zu haben, dass der Designer sich schon um die Lizenzen gekümmert habe: Im Urheberrecht gibt es nämlich keinen gutgläubigen Erwerb.

Der Urheber/Fotograf also mahnt nun das Unternehmen ab, das Unternehmen muss die Kosten der Abmahnung und Schadenersatz bezahlen.

Das Unternehmen wiederum kann sich aber an den Auftragnehmer/Designer wenden, und diesen dann wieder in Regress nehmen = den entstandenen Schaden beim Designer geltend machen, da der schon nicht richtig aufgepasst hat.

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Fotograf: © gstockstudio - Fotolia.com