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Wann ist ein Fehler ein Fehler?

Wann ist ein Fehler ein Fehler?

Von Thomas Waetke 20. September 2019

Eigentlich sind wir ganz schön blöd, wenn jeder sein Ding macht – und jeder wiederholt die Fehler, die andere zuvor auch schon gemacht haben. In vielen Unternehmen und manchen Branchen wird schon eine Fehlerkultur aktiv gelebt und man versucht, aus Fehlern der anderen zu lernen.

Was sich schön anhört, ist aber gar nicht so einfach. Auch in der Juristerei versucht man sich an einer Fehlerkultur. Nur: Wann ist ein Fehler ein Fehler?

Wenn etwas nicht funktioniert, muss die Ursache noch lange kein Fehler sein.

Auch wenn ein Unfall passiert, muss der noch lange nicht auf einem Fehler beruhen.

Was ungeschickt war, muss nicht „falsch“ sein. Was gelungen war, muss nicht „richtig“ gewesen sein.

Ist das, was in einem Gesetz steht, „richtig“? Sprich, wenn man gegen ein Gesetz verstößt, handelt man dann fehlerhaft? Da würde ich sagen: Ja. Denn jedenfalls in unserer Rechtsordnung haben Gesetze zurecht einen hohen Stellenwert, sie sind messbar und bewertbar. Wer dagegen verstößt, macht also einen Fehler.

Aber: Konsequenterweise kann man den Fehler erst bejahen, wenn es ein rechtskräftiges Urteil gibt. Damit aber ist das Problem noch nicht gelöst: Denn auch das Urteil selbst kann fehlerbehaftet sein, es kann auf einer fehlerhaften Würdigung oder auf unvollständig vorgetragenen Tatsachen der Anwälte beruhen: Auch Richter machen Fehler.

 

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  • Kind steht verzweifelt vor Tafel: © Robert Kneschke - Fotolia.com