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aus dem Eventrecht

Wann ist ein Eventmanager scheinselbständig?

Von Thomas Waetke 22. Juni 2011

Das Sozialgericht Berlin hat entschieden, dass ein Eventmanager scheinselbständig und damit Arbeitnehmer seines Auftraggebers ist, wenn er u.a. den Weisungen des Auftraggebers unterliegt.

Ein Eventmanager hatte eine eigene Event- und Cateringagentur betrieben und war öfter für ein Unternehmen tätig, das sich auf die Vermittlung von Personaldienstleistungen im Eventbereich spezialisiert hatte.

Vor Gericht ging es um die Frage, ob der Eventmanager als selbständiger Unternehmer tätig war, oder als Scheinselbständiger. Zur Scheinselbständigkeit siehe unseren Beitrag hier.

Unter dem Strich hatte das Gericht den Eventmanager als Scheinselbständigen und damit als Arbeitnehmer des Personaldienstleisters eingestuft.

Das waren die Gründe, die für die Scheinselbständigkeit gesprochen haben:

  • Der Eventmanager unterlag bei Annahme eines Auftrages den Weisungen des Auftraggebers. Dies ergab sich schon aus dem Vertrag zwischen den beiden, in dem es hieß: „Bei Auftragsannahme ist der Eventmanager an die fachlichen Weisungen gebunden“.
  • Der Auftraggeber hat dem Eventmanager die Aufgaben ins Detail hinein konkretisiert vorgegeben, er hatte kaum eigenen Handlungsspielraum.
  • Der Auftraggeber hatte die Arbeiten des Eventmanagers kontrolliert.
  • Der Eventmanager griff auf Personal und Arbeitskleidung des Auftraggebers zurück.
  • Der Eventmanager trägt kein eigenes unternehmerisches Risiko, da er unabhängig vom Erfolg seiner Arbeit nach Zeitaufwand bezahlt wurde.
  • Der Eventmanager musste seinen Urlaub mit dem Auftraggeber „rechtzeitig abstimmen“.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Das Urteil ist letztlich konsequent. Es ist immer empfehlenswert, sich ausreichend zuvor Gedanken zu machen und auf eine sauber vertragliche und tatsächliche Gestaltung des Auftragsverhältnisses zu achten. Die Folgen einer Scheinselbständig sind bekanntlich immens.