News + Aktuelles

aus dem Eventrecht
Vorsicht bei Gütesiegeln, Zertifikaten usw

Vorsicht bei Gütesiegeln, Zertifikaten usw

Von Thomas Waetke 12. Juli 2016

Um sich heutzutage von anderen Wettbewerbern abzuheben, wird so manches Unternehmen erfinderisch.

Ein beliebtes, wenn auch teures Mittel sind Zertifizierungen. Hier muss der Zertifizierte darauf achten, dass er die Zertifizierung tatsächlich auch nur so bewirbt, wie er sie erhalten hat. Er darf nicht so tun, als ob die Zertifizierung mehr erfasse, als sie tatsächlich erfasst.

Kommt die Zertifizierung oder das Gütesiegel nicht von Anbietern, die eine entsprechende Befugnis hat, solche Siegel zu erteilen, darf man damit nicht werben. So hatte jüngst das Kammergericht Berlin entschieden, dass eine Anbieterin für Dienstleistungen auf dem Gebiet der Hygiene keine Gütesiegel erteilen darf, solange sie dazu nicht befugt sei; sie erwecke mit dem Siegel den Eindruck, es handele sich um einen offiziellen Siegel und der Standard im damit werbenden Unternehmen sei offiziell anerkannt.

Solche Einschränkungen betreffen aber auch die Darstellung des eigenen Unternehmens; man darf sich grundsätzlich nur so darstellen, wie man wirklich ist. Schwierig kann es bspw. bei Einzelunternehmern werden, die sich als Team präsentieren („wir…“), ebenso bei Unternehmen, die nur einen Praktikanten oder Auszubildenden haben, aber sich als Unternehmen mit Mitarbeitern darstellen. Zusätzliche Risiken geht ein, wer seine Freien Mitarbeiter als Mitarbeiter bezeichnet und sich damit größer darstellen will, als er ist.

Auch auf die Formulierungen auf der Webseite bzw. in Werbeunterlagen sollte man Acht geben. Kommt es einmal mit dem Kunden zum Streit, können hieraus ggf. Rückschlüsse auf die Leistungspflichten gezogen werden: Je mehr man sich aufbläht, desto mehr muss man dann auch leisten, wenn das gar nicht ausdrücklich im Vertrag steht.

 

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Fisch mit Haifischflosse: © lassesdesignen - Fotolia.com