News + Aktuelles

aus dem Eventrecht

Vorsicht bei der Steuer

Von Thomas Waetke 20. November 2010

In manchen Situationen begegnet man im Rahmen einer jeden Veranstaltung dem Thema Umsatzsteuer: 19 %, 7 % oder 0%?

So können u.a. folgende Sachverhalte vorkommen:

  1. Ein Veranstalter beauftragt Künstler mit Auftritt, der Künstler stellt dem Veranstalter seine Gage in Rechnung – mit 19, 7 oder 0 Prozent Umsatzsteuer?
  2. Ein Veranstalter kalkuliert seine Einnahmen durch Eintrittskarten – mit 19, 7 oder 0 Prozent Umsatzsteuer?
  3. Der Veranstalter möchte auch Getränke und Essen an seine Besucher verkaufen – inklusive 19 oder 7 Prozent Umsatzsteuer?
  4. Der Veranstalter beauftragt einen Werbegraphiker, der sämtliche Werbematerialien kreieren soll, der Graphiker stellt dem Veranstalter dann seine Vergütung in Rechnung – mit 19 oder 7 Prozent Umsatzsteuer?

Beispiele:

  • Wenn der Veranstalter bspw. in den Ticketpreis 7 % anstatt korrekterweise 19 % eingerechnet hat, dann erhält er vom Besucher nur 7 % Umsatzsteuer, muss aber an das Finanzamt 19 % bezahlen: Es fehlen ihm also 12 % Steuern, die er nun von seinem Gewinn wegnehmen muss, da er ja vom Besucher nicht nachträglich mehr Geld fordern kann.
  • Oder der Künstler stellt dem Veranstalter nur 7 % Umsatzsteuer auf seine Gage in Rechnung. Stellt sich dann heraus, dass er eigentlich 19 % an sein Finanzamt abführen muss, fehlen ihm 12 % (die er dann aus dem eigenen Geldbeutel nachschießen muss).

Das Thema kommt also immer dann auf, wenn man umsatzsteuerpflichtige Einnahme erzielt (z.B. eben die Einnahmen aus den Eintrittskarten), denn dann muss man diese Einnahmen versteuern und die Steuer abführen.

Nun könnte man auf die Idee kommen, „auf Nummer sicher zu gehen“ und statt 7 % immer mit 19 % zu kalkulieren und auch immer 19 % in Rechnung zu stellen.

Falsch gedacht!

Wenn nun künftig bspw. der Künstler „sicherheitshalber“ 19 % Umsatzsteuer in Rechnung stellt, und später stellt sich heraus, dass er nur 7 % Umsatzsteuer abführen muss, so kann der Veranstalter die zuviel bezahlten 12 % wieder zurückverlangen.

Daher:

  • Prüfen Sie schon im Vorfeld sorgfältig, für welche Sachverhalte welche Umsatzsteuer anfallen wird.
  • Prüfen Sie auch, ob Ihr Vertragspartner den richtigen Steuersatz ausweist (und nicht etwa höher als richtigerweise anfällt).