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aus dem Eventrecht

Verpuffung auf Vereinsfest

Von Thomas Waetke 16. Juli 2011

Bei einem Vereinsfest in Laufach (Bayern) gab es bei einer Fritteuse eine Verpuffung, bei der mehrere Liter kochendes Fett umhergeschleudert wurden. Dabei wurden drei umstehende Personen schwer verletzt.

Ursache der Verpuffung war offenbar ein Bedienungsfehler.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Gerade bei Vereinsfesten besteht ein erhöhtes Sicherheitsrisiko, da oftmals ungeschulte Vereinsmitglieder aushelfen und nicht geübt sind im Umgang mit Gasflaschen und dergleichen.

Im vergangenen Jahr gab es in der Schweiz auf einem Straßenfest eine üble Expslosion, als beim Austausch einer Gasflasche für einen Heizlüfter Gas austritt – und keiner merkt es. Dabei wird dann aber fleißig geraucht, und Zigaretten und Deko-Kerzen führen schließlich dazu, dass sich das Gasgemisch entzündet. Binnen Bruchteilen von Sekunden stand das Festzelt in Flammen, sechs Besucher wurden verletzt.

Zur Haftung von Vereinsmitgliedern:

Grundsätzlich muss der Verein das ehrenamtlich tätige Mitglied, das leicht fahrlässig einen Schaden verursacht, von der Haftung freistellen.

Das bedeutet, dass der Verein die Schadenersatzpflicht übernehmen muss. Handelt das Mitglied aber grob fahrlässig oder gar vorsätzlich, greift diese Freistellung nicht, dann haftet (auch) das Mitglied.

Der Vorstand sollte ebenfalls aufpassen:

  • Delegiert er Aufgaben an ersichtlich überforderte oder ungeübte Mitglieder, dann spricht man vom so genannten Auswahlverschulden.
  • Wenn er Aufgaben delegiert, muss er grundsätzlich kontrollieren, ob das Mitglied sich an Sicherheitsanweisungen hält.

Vereine unterschätzen oftmals ihre Verantwortung bei Veranstaltungen. Vereinfeste genügen nur selten den Sicherheitsanforderungen, wenige Vereinsvorstände bzw. Organisatoren sind sich des Risikos bewusst, das sie eingehen. Ich habe schon oft gehört, dass Vereine glauben, aufgrund ihrer satzungsgemäßen Gemeinnützigkeit bei einem Schadensfall nicht oder weniger haften zu müssen – falsch! Die Gemeinnützigkeit ändert nichts in Bezug auf die Verkehrssicherungspflichten.

Außerdem:

Der Verein muss sorgfältig prüfen, ob sein Fest öffentlich ist oder nicht; bei Öffentlichkeit nämlich muss er nicht nur GEMA-Gebühren bei Musiknutzung zahlen, sondern es greift bspw. auch das Jugendschutzgesetz.

Auch hier ist der Irrtum weit verbreitet, dass das Vereinsfest automatisch dann nicht öffentlich sei, wenn nur Mitglieder eingeladen würden…: Hier kommt es u.a. darauf an, wieviele Mitglieder eingeladen werden, ob sie auch Familie und Bekannte mitbringen dürfen und wer alles hereingelassen wird usw.