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aus dem Eventrecht

Verletzte bei Quad-Attraktion

Von Thomas Waetke 9. Januar 2012

Am Sonntag sind bei einem Quad-Parcours beim verkaufsoffenen Sonntag eines Möbelhauses in Gießen (Hessen) drei schwer Besucher verletzt worden, als eine Besucherin die Kontrolle über ihr Quad verloren hatte und in eine Besuchergruppe fuhr.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Die Verletzten bzw. deren Versicherung wird versuchen, von den Verantwortlichen Schadenersatz zu erhalten. Dabei wäre erst einmal zu prüfen, wer verantwortlich ist.

1.) Die Fahrerin

Inwieweit der Fahrerin eine Fahrlässigkeit oder Vorsatz vorgeworfen werden können, hängt davon ab, was genau passiert ist: Durfte sie bspw. darauf vertrauen, dass technisch alles in Ordnung ist, dass es ausreichende Absperrungen gab usw.? Oder hat sie gegen Anweisungen des Personals verstoßen?

2.) Der Anbieter des Squad-Parcours

Hier käme es bspw. darauf an, ob die Maschinen technisch in Ordnung waren, ob es eine aureichende Einweisung und Absperrung gegeben hat, ob der Einweiser hätte erkennen können/müssen, dass die Fahrerin die Maschine nicht im Griff hat. Ebenso wäre zu prüfen, ob die Zuschauer ausreichend auf Gefahren hingewiesen wurden, wie nah sie an die Strecke gelassen wurden usw.

3.) Das Möbelhaus

Das Möbelhaus wird sich ein mögliches Fehlverhalten des Squad-Anbieters zurechnen lassen müssen, da der Squad-Parcours Teil der Veranstaltung des Möbelhauses war.

Mitverschulden der Verletzten?

Es wäre auch zu prüfen, ob die Verletzten (Mutter mit zwei Kindern) ordnungsgemäß hinter der Absperrung standen, ob sie sich an die Anweisungen des Personals gehalten hatten usw. Ansonsten würde aufgrund des Mitverschuldens der Schadenersatzanspruch reduziert werden.