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Verbraucherministerium warnt von „Gefällt mir“-Button

Von Thomas Waetke 12. September 2011

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner hat die Bundesministerien zu einem Verzicht einer Einbindung des „Gefällt mir“-Buttons von Facebook aufgefordert.

Hintergrund sind datenschutzrechtliche Bedenken seitens verschiedener Landesdatenschutzbeauftragter; so hatte insbesondere der Landesdatenschutz- beauftragte von Schleswig-Holstein angekündigt, demnächst gegen die Einbindung vorzugehen (siehe unsere News hier).

Offenbar würden bei Seiten mit integriertem Button Daten von Seitenbesuchern in die USA übermittelt, unabhängig davon, ob der Button angeklickt werde oder nicht, und auch unabhängig davon ob der Besucher Facebook-Mitglied sei oder nicht.

Das Thema bleibt spannend, unter den Rechtswissenschaftlern ist eine heiße Diskussion über das Thema ausgebrochen.

Das Problem ist, dass der User schon vor dem Besuch der Seite auf die datenschutzrechtliche Problematik hingewiesen werden müsste, da ja schon Daten übertragen werden, wenn er nur die Seite besucht, die den Button integriert hat (obwohl er den Button gar nicht anklickt).

Eine Lösung könnte sein, dass der richtige Button nicht integriert wird und der Besucher zunächst auf einen „Fake-Button“ klickt, über den er dann über den Datenschutz aufgeklärt wird und erst hiernach auf eine Seite mit dem Facebook-Button weitergeleitet wird.

Allgemein darf das Risiko nicht unterschätzt werden, wie in zig Jahren einmal der Bundesgerichtshof entscheidet. Daher sind derzeit Prognosen, „wie“ gefährlich oder rechtlich riskant die Einbindung des „Gefällt mir“-Buttons sein könnten, fast nicht zu treffen. Die wohl sicherste Variante ist tatsächlich, auf den Button zu verzichten. Es ist jedenfalls nicht wirklich empfehlenswert, gar nichts zu machen und den Button auf der Seite unverändert zu belassen.