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aus dem Eventrecht

Veranstaltung durchgeführt auf Kosten der Sicherheit?

Von Thomas Waetke 2. August 2012

Die Bühne im schweizerischen Siebenen, die kurz vor dem Auftritt der ersten Band des Festivals bei einem Unwetter zusammengebrochen war (siehe Meldung 339/12), wurde von den Veranstaltern selbst aufgebaut, um Kosten zu sparen.

Ähnlich wird gerne auch bei der GEMA oder bei Sanitätsdiensten oder Ordnungsdiensten gespart. Während allerdings die GEMA keinen Einfluss auf die Veranstaltungssicherheit hat, ist bedenklich, wenn der Veranstalter meint, sicherheitsrelevante Arbeiten selbst vornehmen zu können, um Geld zu sparen.

Natürlich gibt es Veranstalter, die solche Arbeiten auch in Eigenregie professionell ausführen können; allerdings sollte sich der Veranstalter überlegen, ob er die erforderliche Sicherheit trotzdem in vollem Ausmaß gewährleisten kann. Falls nicht, sollte bedacht werden: „Es muss nicht um jeden Preis eine Veranstaltung stattfinden“.

Ich stelle oftmals fest, dass – wenn gespart werden muss – an der Sicherheit gespart wird. Trotz Geldmangel ist die Bühne gut besetzt, tolles Licht, tolle Deko, viele Freikarten, usw. Der Grund dafür ist m.E. einfach: Ist die Bühne spektakulär gebaut, dann kommt das beim Besucher gut an. Sicherheit aber kann man nicht unmittelbar „sehen“, damit auch nicht die oftmals hohen Ausgaben für Sicherheit.  Sehr oft höre ich auch die Aussage „Ja, wenn ich mich an alle Vorschriften halten würde, dann könnte ich meine Veranstaltung gar nicht durchführen“. Wofür sind Vorschriften eigentlich da…?