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aus dem Eventrecht

Veranstalter von Jackson´s Angehörigen verklagt

Von Thomas Waetke 16. September 2010

Wie das Magazin people.com berichtet, haben die Angehörigen des 2009 verstorbenen Michael Jackson den Veranstalter AEG Live verklagt, da dieser für den Tod des Megastars verantwortlich sein soll:

Er soll die Gesundheit des Künstlers riskiert haben. Trotz Kenntnis über den kritischen Gesundheitszustand soll der Veranstalter sein Streben nach massiven Gewinnen über die Sicherheit und Gesundheit von Jackson gestellt haben. In der in Los Angeles eingereichten Klage heißt es, dass der beklagte Veranstalter auch deshalb fahrlässig gehandelt habe, da er für das Fehlverhalten des Arztes Dr. Conrad Murray verantwortlich sei, der Jackson angeblich eine tödliche Dosis Narkosemittel verabreicht haben soll.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Bekanntlich läuft in den USA vieles anders, auch Gerichtsverfahren. In Deutschland jedenfalls müsste der Kläger erstmal beweisen:

  • Schaden (= Tod, das wäre hier kein Problem),
  • Fahrlässiges oder vorsätzliches Verhalten des Veranstalters,
  • Kausalität: Das Verhalten des Veranstalters muss zum Tod geführt haben sowie
  • Rechtswidriges Verhalten des Veranstalters.

Handelt der Veranstalter schon fahrlässig, wenn er gewinnorientiert arbeitet und seinen Künstler vorantreibt? Die genauen Umstände der Klage sind nicht bekannt. Es ist allerdings nicht völlig abwegig zu behaupten, dass auch ein Veranstalter für die Gesundheit der bei ihm gebuchten Künstler verantwortlich sein kann. Besondere Beispiele, in denen diese Verantwortung denkbar ist:

  • Der Künstler ist minderjährig – der Veranstalter muss dann größere Vorsicht walten lassen;
  • Der Künstler ist ersichtlich schwer erkrankt oder verletzt, der Veranstalter drängt ihn zum Weitermachen und droht ihm Schadenersatzansprüche an;
  • Der Veranstalter unterlässt die Vorkehrung von Sicherheitsmaßnahmen, so dass der Künstler von Besuchern (auf der Bühne oder in der Garderobe) angegriffen werden kann;
  • Der Veranstalter verabreicht dem Künstler vergiftetes Essen (Salmonellen) oder Rauschmittel;
  • Der Veranstalter ist für den unsicheren Aufbau der Bühne oder des Bühnendachs verantwortlich;
  • Der Künstler soll einen Stunt machen (sich z.B. an Stahlseilen von der Bühne hoch in die Luft ziehen lassen).