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aus dem Eventrecht

Veranstalter und Sicherheitsdienst des Limp Bizkit-Konzerts werden angezeigt

Von Thomas Waetke 11. Juli 2011

Nach einem Bericht von Bild Online wollen die Eltern des im Lüftungsschacht der Veranstaltungshalle erstickten Besuchers (siehe News 217/11) den Veranstalter und die Sicherheitsfirma anzeigen und ggf. zivilrechtlich verklagen.

Seitens des Veranstalters heißt es dagegen, dass man die Besucher darauf aufmerksam gemacht habe, dass ein Wiedereintritt nur mit Stempel erlaubt sei. Der verstorbene Besucher war bereits in der Halle und hatte diese später mit einem Begleiter wieder verlassen. Beim Wiedereinlass soll er nicht nur betrunken, sondern auch aggressiv gewesen sein, weshalb ihm der Zutritt verwehrt wurde. Außerdem soll er auch keinen Stempel auf dem Handrücken gehabt haben. Während sein Begleiter das Areal verließ, versuchte der später verunglückte Besucher über das Dach einzudringen und erstickte in einem Lüftungsschacht, wo er erst nach vier Tagen gefunden wurde.

Letztlich wird es um die Frage gehen, ob der Veranstalter und der Sicherheitsdienst hätten verhindern können und müssen, dass der Besucher versucht, sich unerlaubt über das Dach einen Weg in die Halle zu bahnen, was ich – ohne die Begebenheiten genau zu kennen – zu bezweifeln wage.

Dabei müsste es zunächst überhaupt möglich und zumutbar gewesen sein, das Klettern zu verhindern. Würde man diese Frage bejahen, müsste darüber hinaus noch eine Pflicht des Veranstalters bzw. Sicherheitsdienstes bestanden haben, das Klettern zu verhindern.

  • Eine solche Pflicht könnte sich bspw. dann ergeben, wenn der Sicherheitsdienst sieht, dass der Besucher auf dem Dach herumklettert und noch dazu betrunken ist, bzw. Versuche unternimmt, das Dach zu erklimmen.
  • Eine Pflicht könnte sich auch ergeben, wenn man unterstellt, dass Sicherheitsmaßnahmen gegen das Erklettern hätten ergriffen werden müssen, da man hätte damit rechnen müssen.

UPDATE vom 12.07.2011: Ein Fotograf hat sich als Zeuge gemeldet und erklärt, dass der spätere Tote gemeinsam mit seinem Begleiter die Security angepöbelt hätten und daraufhin einen Platzverweis erhalten hätten.