News + Aktuelles

aus dem Eventrecht

Veranstalter haftet für Fehler seiner Dienstleister

Von Thomas Waetke 21. Oktober 2011

Wenn der Veranstalter einen Dienstleister beauftragt und dieser Dienstleister einen Dritten schädigt, haftet grundsätzlich der Veranstalter (neben dem Dienstleister), d.h. der geschädigte Dritte kann auch die Agentur in Anspruch nehmen.

Ein paar Beispiele:

1.) Der Veranstalter beauftragt einen Plakatierer

Wenn der Plakatierer wild plakatiert, dann haften er und der Veranstalter als Auftraggeber (und zwar auch wettbewerbsrechtlich!)

2.) Der Veranstalter beauftragt eine Werbeagentur

Wenn die Werbeagentur fremde Bilder ungefragt in die Werbematerialien einbaut und der Veranstalter verteilt diese später oder lässt sie verteilen, dann haften für diese Rechtsverletzung sowohl Veranstalter als auch Werbeagentur.

3.) Der Veranstalter beauftragt eine Promotionagentur

Wenn die Promotionagentur unerlaubt Flashmobs organisiert oder durch Telefonanrufe Werbung betreibt (ist nämlich grundsätzlich verboten!), dann haften auch wieder der Veranstalter und die Promotionagentur gemeinsam.

Unter gewissen Umständen kann der Veranstalter, wenn er im Außenverhältnis zum Rechteinhaber oder geschädigten Schadenersatz geleistet hat, seinen Vertragspartner (Plakatierer, Werbeagentur, Promo-Agentur usw.) in Regress nehmen und dort das Geld erstattet verlangen.

Sinnvoll wäre es insoweit, wenn der Veranstalter dieses Thema in einem Vertrag schriftlich festhält, bspw. indem er eine so genannte Freistellungsklausel vereinbart, dazu ein Beispiel: „Die beauftragte Agentur hat den Veranstalter von jedem Schaden freizustellen, wenn der Veranstalter von einem Dritten aufgrund einer von der Agentur zu vertretenden Rechtsverletzung in Anspruch genommen wird“.

Hier dargestellt sind nur die Fälle, in denen der Dienstleister fremde „Rechte“ verletzt (Urheberrechte, Wettbewerbsrechte usw.).

Ähnlich ist es aber, wenn der Dienstleister eine Person verletzt (Security schlägt Besucher) oder eine Sache beschädigt (Gabelstapler fährt gegen ein Auto). Hier kommen dann der „Erfüllungsgehilfe“ und der „Verrichtungsgehilfe“ ins Spiel. Dazu später mehr.