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aus dem Eventrecht

USA: Konzert nach Messerstecherei abgebrochen

Von Thomas Waetke 30. Juli 2012

Ein Konzert der Band Tenacious D musste am Samstag in Las Vegas (USA) abgebrochen werden, nachdem ein Besucher niedergestochen wurde. Zuvor kam es zu einem Streit im Besucherbereich, der in der Messerstecherei eskalierte.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

In Deutschland (= nach deutschem Recht) könnte bei einem Abbruch des Konzerts der Besucher unter Umständen sein bereits bezahltes Eintrittsgeld zurückverlangen: Besucher und Veranstalter haben einen Vertrag geschlossen.

Darin verpflichtet sich der Besucher zur Zahlung des Eintrittspreises, und der Veranstalter zur „Lieferung“ des Konzerts.

Kann der Veranstalter aber seine vertraglich geschuldete Leistung nicht erbringen, so muss der Besucher sein Eintrittsgeld auch nicht zahlen bzw. kann es zurückfordern.

Damit ist nur geklärt, was mit den vertraglichen Leistungen passiert. Eine ganz andere Frage ist, ob der Besucher gegen den Veranstalter einen Schadenersatzanspruch hätte: Im Fall wie in den USA dürfte dies unwahrscheinlich sein, dass ein Schadenersatzanspruch ein Verschulden voraussetzt: Der Veranstalter müsste den Abbruch fahrlässig oder vorsätzlich verursacht haben. Für eine Messerstecherei unter Besuchern kann der Veranstalter normalerweise nichts, so dass der Besucher gegen ihn auch keinen Schadenersatzanspruch hätte.