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aus dem Eventrecht

Urlauber flüchten vor Feuer

Von Thomas Waetke 14. Oktober 2010

Bei einem Feuer in einem Hotel an der türkischen Mittelmeerküste mussten über 600 Hotelgäste evakuiert werden. Verletzt wurde zwar niemand, jedoch mussten die meisten Gäste – darunter mehrere hundert deutsche Urlauber – ihr Hab und Gut zurücklassen. Der Reiseveranstalter hat die Gäste bereits umquartiert und auch die vorzeitige Rückreise angeboten.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Haben die Urlauber Ansprüche gegen den Reiseveranstalter?

1. Schadenersatz

Ein Reiseveranstalter muss Schadenersatz bezahlen, wenn er für den Schaden (Hotelbrand, oder Besucher rutscht in der Dusche aus usw.) verantwortlich wäre und dabei schuldhaft gehandelt hat (vgl. § 651 f BGB). Dies könnte bspw. der Fall sein, wenn er das Hotel nicht sorgfältig ausgewählt hätte.

2. Angebote für neues Hotel oder Rückflug

Im Rahmen des Machbaren muss der Reiseveranstalter seinen Vertragspartner unterstützen und ihm in Notsituationen helfen.

3. Neue Ausweispapiere

Im geschilderten Fall hat der Reiseveranstalter von sich aus geholfen, neue Ausweispapiere zu beschaffen; in solchen Fällen kann sich ein Urlauber aber auch an die deutsche Botschaft oder ein deutsches Konsulat wenden.

 Hinweis  Reiseveranstalter sind nicht nur solche Unternehmen, die professionell Reisen veranstalten. Reiseveranstalter kann auch sein, wer mehrere Reiseleistungen zu einem Reisepaket verbindet. So können auch Hotels, Incentive-Agenturen oder sogar Vereine Reiseveranstalter sein. Dabei kommt es nicht darauf an, ob der Anbieter gewerblich handelt!

Die Folgen für den Reiseveranstalter sind erheblich: Er muss z.B. einen Sicherungsschein ausstellen (vgl. § 651 k BGB).