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aus dem Eventrecht

Großer Krach in der Ex-Band

Von Thomas Waetke 10. Oktober 2012

Seit vielen Jahren streiten sich Julia Neigel und ihre ehemaligen Bandmitglieder vor verschiedenen Gerichten um viel Geld. Gestern hat das Landgericht Mannheim einen jahrelangen Prozess beendet und eine Klage von Neigel auf Zahlung von mehreren hunderttausend Euro abgewiesen.

Neigel forderte von ihren ehemaligen Bandkollegen mehrere hunderttausend Euro von früheren GEMA-Einnahmen mit der Behauptung, sie sei als Autorin der Gesangsmelodien alleinige Urheberin der Kompositionen gewesen. Das Landgericht Mannheim aber sah in dem Mitwirken der Bandmitglieder mit Blick auf die instrumentalen Bestandteile durchaus eine schöpferische Leistung. Damit gelten die Bandmitglieder zu Recht als Miturheber, und die Einnahmen wurden bisher zu Recht geteilt.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Wenn mehrere Personen an einem Werk gemeinsam schöpferisch tätig werden, sind sie Miturheber (siehe § 8 UrhG). Sie haben dann auch einen Anspruch auf Vergütung.

Dies kann typischerweise der Fall sein eben bei Bandmitgliedern, die gemeinsam ein Stück komponieren, oder bei einem Film. Hier hatte jüngst der Chefkameramann von „Das Boot“ Recht bekommen: Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass der Kameramann Miturheber des Films sei, da seine Leistung nicht nur darin bestand, den Anweisungen der Regie zu folgen, sondern dass er durchaus auch selbst eigenständig kreative Leistungen mit eingebracht hat. Somit hat der frühere Chef-Kameramann Anspruch auf eine angemessene Vergütung als Miturheber, und nicht nur auf eine einmalige Aufwandspauschale.

Miturheberschaften können aber auch vorkommen, wenn mehrere Mitarbeiter gemeinsam an einem Werbekonzept oder einer Veranstaltung arbeiten. Jeder, der schöpferische Leistungen einbringt, ist dann Miturheber an dem Ganzen.