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Uni-Party: Partybesucherin stürzt in Kellerschacht

Uni-Party: Partybesucherin stürzt in Kellerschacht

Von Thomas Waetke 4. Juni 2015

Auf dem Campus der Universität Düsseldorf ist es in der Nacht auf Donnerstag während einer Open Air-Veranstaltung zu einem Unfall gekommen: Eine Studentin war 3 Meter tief in einen Schacht gestürzt, der offenbar nicht gesichert war. Gemeinsam mit der Studentin war ein Student ebenfalls hineingestürzt, er konnte von der Feuerwehr unverletzt befreit werden, die Frau wurde mit Verletzungen an der Wirbelsäule geborgen und in ein Krankenhaus gebracht. Ersten Ermittlungen zufolge fehlte offenbar der Gitterrost an dem Kellerschacht. Reporter fanden heraus, dass kein Gitterrost auch der anderen Kellerschächte auf dem Veranstaltungsgelände gegen unbefugtes Entfernen gesichert sei.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Ob man einem Verantwortlichen – und wem? – hier einen Vorwurf machen kann, ist eine schwierige Frage.

Erkennbarkeit des Loches?

Meines Erachtens kann es nicht sonderlich darauf ankommen, ob es (es war ja allerdings Nacht) hell genug gewesen war, dass ein durchschnittlich aufmerksamer Party-Besucher das Loch hätte erkennen können. Schließlich ist eine Verletzungsgefahr bei einem Sturz sehr hoch, hingegen die Sicherungsmaßnahmen nicht sonderlich anspruchsvoll (Gitterrost) und ohne weiteres zumutbar.

Wer kommt in Frage?

Als mögliche Verantwortliche könnten in Betracht kommen (was aber von vielen Details abhängt, daher hier auch nur sehr abstrakt und theoretisch):

  • die Person, die den Gitterrost entfernt hat und/oder
  • der Veranstalter und/oder
  • der Eigentümer der Fläche und/oder
  • beauftragte Personen, die für die Sicherheit des Geländes zuständig waren und/oder
  • Personen zumindest aus dem Umfeld eines der Verantwortlichen (z.B. Veranstalter), soweit sie das Loch erkannt aber keine Maßnahmen getroffen haben sollten.

Problematisch wäre es, wenn man das Befestigen des Gitterrostes gegen unbefugtes Herausheben als Stand der Technik ansehen würde – fehlte diese Maßnahme tatsächlich, dann wäre das sicherlich problematisch für den Eigentümer.

Ob der Veranstalter, der die Fläche nur vorübergehend nutzt, hätte erkennen müssen, dass eine solche Sicherung fehlt, bezweifle ich, damit würde man die Anforderungen an den Veranstalter dann doch überspannen.

Möglicherweise könnte man allenfalls prüfen, ob der Veranstalter die Wegnahme des Gitters hätte bemerken können müssen. Das wiederum hinge aber u.a. davon ab, wo genau die Unfallstelle auf dem Gelände war und ob sich feststellen lässt, wann das Gitter entfernt wurde.

 

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Feuerwehreinsatz, Feuerwehrleute (Symbolbild): © Tino Hemmann - Fotolia.com