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aus dem Eventrecht

Unfall beim Fußballturnier

Von Thomas Waetke 22. Februar 2011

Ein von der Studentenvertretung einer Hochschule organisiertes Fußballturnier ist keine betriebliche Veranstaltung, wenn die Veranstaltung im wesentlichen den Interessen der Teilnehmern dient – damit hat ein Verunfallter keinen Anspruch gegen die Unfallkasse.

Dies hat jüngst das Sozialgericht Detmold entschieden und stützt sich dabei auf die Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (kurz: BSG) zur Frage, wann eine Veranstaltung eine Betriebsveranstaltung ist, bei der Versicherungsschutz durch die gesetzliche Unfallversicherung besteht.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Nach dem BSG liegt eine Betriebsveranstaltung vor, wenn…

  • die Unternehmensleitung die Veranstaltung ausrichtet,
  • alle Mitarbeiter teilnehmen dürfen,
  • ein wesentlicher Teil der Belegschaft tatsächlich teilnimmt, und
  • sie dem Zweck dient, den Zusammenhalt zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten zu fördern.

Bei Betriebsfesten stellt sich immer gleich die wichtige Frage nach der gesetzlichen Unfallversicherung. In diesem Fall nämlich werden nicht nur die Krankenhauskosten bezahlt, sondern auch bspw. monatliche Renten bei Invalidität; die Krankenversicherung würde nur die Behandlungskosten übernehmen. Daher ist es für den Verletzten wichtig zu wissen, ob es sich bei dem Unfall um einen Betriebsunfall handelt oder nicht. Auch Verletzungen auf Betriebsfeiern können als Arbeitsunfall gelten; dann muss die Betriebsfeier auch eine echte Betriebsfeier gewesen sein:

Sportveranstaltungen an Hochschulen müssen grundsätzlich im Vorlesungsverzeichnis enthalten sein, damit sie als solche geschützte Veranstaltung angesehen werden. Wenn aber die körperliche Gesundheit bzw. der sportliche Ehrgeiz, sich mit anderen Teams der Hochschule messen zu wollen im Vordergrund steht, besteht nach Ansicht des Sozialgerichts Detmolds eben kein Unfallversicherungsschutz.

Das bedeutet:

Wenn Sie Incentives / Betriebsveranstaltungen planen, prüfen Sie sorgfältig die Frage des Unfallversicherungsschutzes! Ggf. müssen Sie ihrem Kunden/Auftraggeber empfehlen, eine eigene Unfallversicherung für die konkrete Veranstaltung abzuschließen.