News + Aktuelles

aus dem Eventrecht

Unfall bei Hovercraft-WM: 1 Toter

Von Thomas Waetke 14. September 2012

Bei der Hovercraft-Weltmeisterschaft in Saalburg-Ebersdorf (Thüringen) ist ein Teilnehmer ums Leben gekommen, als sein Boot mit einem anderen Boot kollidierte. Der zweite Fahrer wurde schwer verletzt.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Grundsätzlich ist strafrechtlich und zivilrechtlich verantwortlich, wer u.a. fahrlässig oder vorsätzlich einen Schaden verursacht hat.

Bei gefährlichen Sportwettbewerben gibt es aber wichtige Ausnahmen:

„Bei sportlichen Wettbewerben mit nicht unerheblichem Gefahrenpotenzial, bei denen typischerweise auch bei Einhaltung der Wettbewerbsregeln oder geringfügiger Regelverletzung die Gefahr gegenseitiger Schadenszufügung besteht, ist die Inanspruchnahme des schädigenden Wettbewerbers für solche (nicht versicherten) Schäden eines Mitbewerbers ausgeschlossen, die er ohne gewichtige Regelverletzung verursacht“, so der Bundesgerichtshof.

Grund dafür sei, dass bei solchen Veranstaltungen jeder Fahrer durch die typischen Risiken in gleicher Weise betroffen ist und es mehr oder weniger vom Zufall abhänge, ob er bei dem Rennen durch das Verhalten anderer Wettbewerber zu Schaden komme oder anderen selbst einen Schaden zufüge.

Da den Fahrern, die an einem solchen Wettbewerb teilnehmen, die damit verbundenen Gefahren im Großen und Ganzen bekannt sind und sie wissen, dass die eingesetzten Fahrzeuge erheblichen Risiken ausgesetzt sind, sie diese aber gleichwohl wegen des sportlichen Vergnügens, der Spannung oder auch der Freude an der Gefahr in Kauf nehmen, darf jeder Teilnehmer des Wettkampfs darauf vertrauen, nicht wegen solcher einem Mitbewerber zugefügten Schäden in Anspruch genommen zu werden, die er ohne nennenswerte Regelverletzung auf Grund der typischen Risikolagen des Wettbewerbs verursacht, so der BGH weiter.

Soll in der Kurzversion heißen: Wer an einem gefahrgeneigten Wettkampf teilnimmt, darf sich nicht beschweren, wenn er verletzt wird, solange nur der Schädiger sich grundsätzlich an die Regeln gehalten hat.

Anders ist das nur, wenn der Schadensfall versichert ist: Dann ist die Versicherungsleistung nicht ausgeschlossen.