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aus dem Eventrecht

Unbekannter leert Feuerlöscher in Festzelt

Von Thomas Waetke 11. Juni 2012

Während eines Konzerts in Wesel in einem Festzelt versprühte ein Unbekannter den Inhalt eines Pulverfeuerlöschers im Zelt. Das Zelt musste geräumt werden, verletzt wurde niemand. Das feine Pulver beschädigte einen Teil der Musikanlage, es entstand ein Sachschaden an der Anlage von bis zu 30.000 Euro.

Anmerkung:

Ein Feuerlöscher, der versteckt positioniert ist, hilft im Ernstfall wenig. Wenn ein Idiot aber einen Löscher in die Besuchermenge entleert, dann kann daraus auch ganz schnell eine gefährliche Situation entstehen, z.B. eine Panik.

Außerdem kann der ungewollte Einsatz eines Pulverlöschers auch das etwa vorhandene Catering zerstören, da lebensmittelrechtlich alle Lebensmittel in dem Raum, in dem das Pulver freigesetzt wurde, vernichtet werden müssen.

Die Art des Feuerlöschers (Pulver, Wasser, Schaum…) ist die eine Frage; die andere Frage ist, wo der Löscher positioniert wird.

In Ziffer 4.5.8 und 4.5.9 der BGR 133 (Update: Die BGR 133 gibt es nicht mehr, neu ist die ASR A2.2) heißt es dazu bspw., dass Feuerlöscher zweckmäßig in der Arbeitsstätte verteilt sein sollen. Sie müssen an gut sichtbaren und im Brandfall leicht zugänglichen Stellen angebracht sein.

Vor dem Hintergrund der Missbrauchsgefahr, zumindest auf entsprechenden Events, dürfte es ausreichend sein, wenn der Löscher in den für das Personal zugänglichen Bereichen positioniert ist: Bspw. am Einlass, an den Bars, an der Technik usw. Allerdings müssen die Löscher dann auch tatsächlich vom Personal bedient werden können, und das Personal muss sich dort auch ständig aufhalten, um direkt auf den Löscher zugreifen zu können.

Soweit sich an der Position nicht immer Personal aufhält, dann darf der Feuerlöscher nicht vor den Besuchern versteckt werden, da sie ja im Notfall rankommen können sollten. Falls er versteckt werden soll, dann dürfte er jedenfalls nicht in die Berechnung der erforderlichen Anzahl mit einberechnet werden – den Löschmittel, die nicht jederzeit verfügbar sind, gelten insoweit als nicht vorhanden.