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aus dem Eventrecht

Überörtliche Stadionverbote

Von Thomas Waetke 22. August 2012

Der Karlsruher Sport-Club KSC war bei seinem Abstiegsspiel gegen Regensburg durch Fankrawallen aufgefallen, bei denen es Dutzende Verletzte gegeben hat. Im Nachgang hat der KSC nun Stadionverbote gegen die ermittelten verantwortlichen Fans verhängt.

Unabhängig von der Frage, wie die Stadionverbote realistisch durchgesetzt werden können, da die Eintrittskarten ja nicht mit Fotos der Fans versehen sind, stellt sich die Frage nach der Rechtmäßigkeit der Verbote bundesweit.

Grundsätzlich gilt: Der Betreiber eines Stadions hat das Hausrecht; er kann grundsätzlich frei entscheiden, wen er einlassen möchte und wen nicht. Dabei muss er „nur“ die Grenzen der Diskriminierung beachten, d.h. er darf niemanden bspw. wegen seiner Hautfarbe abweisen (zur Diskriminierung an der Disko siehe hier).

Das Stadionverbot des KSC richtet sich nach den Richtlinien des Deutschen Fußballbundes DFB. Dort ist die Behandlung des Hausrechts in den Stadion bundesweit einheitlich geregelt.

§ 31 der Richtlinien zur Verbesserung der Sicherheit bei Bundesspielen verweist auf die Richtlinie zur einheitlichen Behandlung von Stadionverboten, die von der DFB-Kommission „Prävention und Sicherheit“ erlassen wurde. Gemäß der Präambel der Stadionverbot-Richtlinie erkennen u.a. die Vereine der Lizenzligen, der 3. Liga und der Regionalligen die Richtlinie an.

Der KSC hat ein so genanntes überörtliches Stadionverbot verhängt (§ 1 Abs. 5 der Stadionverbot-Richtlinie), d.h. das Verbot gilt nicht nur im Stadion des KSC, sondern bundesweit.

Wann ein überörtliches Stadionverbot auszusprechen ist, regelt § 4 Abs. 3 der Stadionverbot-Richtlinie.

Die Vereine bevollmächtigen sich gegenseitig, solche Verbote auch überörtlich mit Wirkung für andere Stadien auszusprechen (vgl. § 1 Abs. 5 der Stadionverbot-Richtlinie).