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aus dem Eventrecht

Toter bei Oktoberfest

Von Thomas Waetke 21. September 2010

Gestern ist ein 72-jähriger Besucher des Oktoberfests gestorben, der offenbar in völlig alkoholisierten Zustand auf dem Festgelände gestolpert war und bei der ambulanten Behandlung im Krankenhaus dann an einem Herzstillstand verstorben ist.

Unabhängig von diesem Vorfall hatte es schon zu Beginn des Oktoberfestes mehrere Schlägereien auf dem Gelände gegeben. Um größere Schäden mit dem Maßkrug zu vermeiden, hat er am Henkel eine Sollbruchstelle. Dennoch führte ein Schlag mit einem Maßkrug bei einem Besucher zu einer Hirnblutung, bei einem anderen zu einer Gehirnerschütterung mit Platzwunde.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Die Maßkrug-Schläger müssen sich nun strafrechtlich wegen gefährlicher Köperverletzung (§ 224 Absatz 1 Nr. 2 Strafgesetzbuch) verantworten.

Daneben haben die verletzten Opfer zivilrechtlich Anspruch auf Schadenersatz (z.B. Krankenhauskosten) und Schmerzensgeld, sofern (siehe § 823 BGB)…

  • der Schläger vorsätzlich oder fahrlässig gehandelt hat: Wird wohl so sein, da wohl niemand aus Versehen einem anderen Menschen seinen Maßkrug auf den Kopf schlägt,
  • der Schläger rechtswidrig gehandelt hat: Dies wäre bspw. dann nicht der Fall, wenn er sich in Notwehr verteidigt hat,
  • der Schlag ursächlich für die Verletzung war: Das ist juristisch hier unprob- lematisch,
  • der Schläger auch ein geschütztes Gut verletzte hat: Hier die Gesundheit und den Körper des Verletzten, und
  • der Verletzte einen Schaden hat: Auch das ist offenkundig.

Aus Sicherheitsgründen schreiben Behörden in ihren Genehmigungen immer öfter vor, dass kein Glas verwendet werden darf. Auch die Veranstalter sollten im eigenen Interesse die Vor- und Nachteile von Glas (Flaschen, Gläser) abwägen und dabei auch die Sicherheit ihrer Besucher berücksichtigen.