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aus dem Eventrecht

Toter bei Luzern-Marathon

Von Thomas Waetke 31. Oktober 2010

Beim Marathonlauf in Luzern (Schweiz) ist ein 35-jähriger Teilnehmer verstorben. Nach einem Kreislaufkollaps im Ziel konnte er zunächst noch reanimiert werden, starb dann aber im Krankenhaus.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Grundsätzlich ist der Sportler erst einmal selbst für sich verantwortlich. Bei normalen Sportarten ist der Veranstalter nicht verpflichtet, Gesundheitsuntersuchungen vorzunehmen. Anders ist dies zumindest im Leistungssport insbesondere bei jugendlichen Sportlern.

Je extremer die Veranstaltung und/oder je jünger (oder älter) die Teilnehmer und je mehr es auf einen guten Gesundheitszustand der Teilnehmer ankommt, desto mehr muss der Veranstalter Vorsorgemaßnahmen treffen (bspw. das Vorzeigen von ärtzlichen Attesten). Ist z.B. veranstaltungsbedingt eine schnelle ärtzliche Hilfe schwierig oder langwierig, dann muss der Veranstalter auch mehr Maßnahmen treffen als bei Veranstaltungen, bei denen Sanitäter in wenigen Minuten Hilfe leisten können.

Für die Wegstrecke ist der Veranstalter grundsätzlich verantwortlich: Keine rutschigen oder abschüssigen Böden, keine unerwarteten Hindernisse usw.

Der Veranstalter darf bei der Planung seiner Sicherheitsmaßnahmen von einem durchschnittlich verantwortungsbewussten und aufgeklärten und sorgsamen Sportler rechnen.

Jedoch muss der Veranstalter auch damit rechnen, dass insbesondere gegen Ende aufgrund von körperlicher Ermüdung die Konzentrationsfähigkeit naturgemäß nachlässt. So sind bspw. beim Marathon oder bei Radrennen zum Ziel hin verstärkt Sicherheitsmaßnahmen zu treffen.

Übrigens: Findet die Veranstaltung auf einer Straße statt, muss nach § 29 StVO eine Genehmigung beantragt werden. In diesen Fällen ist eine Haftpflichtversicherung zwingend (Verwaltungsvorschrift zu § 29 StVO Ziffer II. Nr. 7).