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aus dem Eventrecht

Tote bei Helloween-Party

Von Thomas Waetke 2. November 2010

Bei einer Helloween-Party in Wissen (Rheinland-Pfalz) ist eine 17-jährige Besucherin zusammengebrochen. Sie konnte in der von ca. 1200 Gästen besuchten Party noch reanimiert werden, verstarb dann aber im Krankenhaus. Die Todesursache ist noch unklar, die Kriminalpolizei hat die Leiche für eine Obduktion beschlagnahmt.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Nach Pressemeldungen war die 17-Jährigen (als Minderjährige) berechtigterweise auf der Party, da sie von einem Erwachsenen begleitet wurde und einen Berechtigungsschein der Eltern dabei hatte.

Regelungen zur zeitliche Anwesenheit von Jugendlichen für die Eventbranche ergeben sich aus:

Der Berechtigungsschein („U-18-Formular„) ist nicht zwingend die beste Idee, da der Veranstalter nie sicher wissen wird, ob tatsächlich die Eltern den Schein unter- schrieben haben.

Die Funktion begleitender Erwachsener ist in § 1 JSchG geregelt: Dort gibt es

  • personensorgeberechtigte Personen (z.B. die Eltern) oder
  • erziehungsbeauftragte Personen über 18 Jahren, soweit sie auf Dauer oder zeitweise aufgrund einer Vereinbarung mit der personensorgeberechtigten Person Erziehungsaufgaben wahrnimmt oder soweit sie ein Kind oder eine jugendliche Person im Rahmen der Ausbildung oder der Jugendhilfe betreut (z.B. der erwachsene Bruder).

Der Veranstalter hat das Alter des minderjährigen Besuchers und die Berechtigung der erziehungsbeauftragten Person im Zweifel zu prüfen (§ 2 JSchG). Wenn er sich vom Minderjährigen täuschen lässt, ist das sein Problem: Nur weil ein Besucher erwachsen aussieht, kann der Veranstalter nachher nicht unschuldig tun.