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aus dem Eventrecht
Ton weg? Künstler weg!

Ton weg? Künstler weg!

Von Thomas Waetke 14. Juni 2010

Der Auftritt von Schlagersänger Mickie Krause auf einem Schlager-Festival in NRW währte nur kurz – nach Kommentaren zum Thema Michael Wendler gegenüber dem Publikum drehte ihm der Veranstalter offenbar den Ton ab.

Der Veranstalter des Festivals ist zugleich Manager von Michael Wendler, und offenbar sind sich Wendler und Krause nicht so ganz grün. Nachdem das Mikro stumm war, ging Mickie Krause von der Bühne, Backstage soll es dann zu einem Wortgefecht zwischen ihm und dem Veranstalter/Wendler-Manager gekommen sein. Das Ende vom Lied: Krause ist nicht aufgetreten und vorzeitig nach Hause gefahren, das Festival wurde dann durch den vorgezogenen Auftritt anderer Künstler fortgesetzt – hier funktionierte das Mikro plötzlich wieder.

Jetzt könnte der Veranstalter gegen den Sänger Schadenersatzansprüche geltend machen – problematisch ist hier der Nachweis der Schadenshöhe. Allerdings könnten auch Besucher wegen des ausgebliebenen Krause-Auftritts Schadenersatz vom Veranstalter fordern (Eintrittsgeld zurück), dann wäre der Veranstalter definitiv geschädigt. Erfahrungsgemäß machen Besucher selten von diesem Recht Gebrauch, da es entweder andere Auftritte gibt oder da man Angst vor dem Aufwand wegen ein paar Euro Eintrittsgeld hat.

Umgekehrt könnte der Sänger Schadenersatzansprüche gegen den Veranstalter geltend machen, da er ja immerhin nicht auftreten konnte. Hier spielen dann das Recht auf freie Meinungsäußerung einerseits, und das Hausrecht des Veranstalters andererseits eine Rolle.

Beim Schadenersatz kommt es u.a. auf das Verschulden an: Wer ist – fahrlässig oder vorsätzlich handelnd – für das Problem verantwortlich?

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