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aus dem Eventrecht

Todesfall bei Skilanglaufwettbewerb

Von Thomas Waetke 5. Februar 2012

Am gestrigen Samstag brach ein Teilnehmer bei einem Skilanglaufwettbewerb in Oberammergau (Bayern) kurz nach dem Start tot zusammen. Der 74-Jährige litt offenbar an einer Kerz-Kreislaufkrankheit.

Insgesamt nahmen über 4.300 Langläufer teil. Aufgrund der sehr niedrigen Temperaturen wurden 40 Teilnehmer von Rettungssanitätern behandelt, 8 von ihnen mussten in ein Krankenhaus gebracht werden.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Auch der Veranstalter eines Sportwettkampfs muss im Rahmen seiner Verkehrssicherungspflichten für die Sicherheit der Teilnehmer sorgen.

Allerdings darf er davon ausgehen, dass der Teilnehmer seine Leistungsfähigkeit grundsätzlich selbst einschätzen kann, jedenfalls soweit es sich nicht bspw. um Extremwettbewerbe oder um teilnehmende Kinder handelt – es für den Veranstalter also erkennbar ist, dass sich ein Teilnehmer überschätzen und dabei sein Leben aufs Spiel setzen kann.

Im Jahr 2008 starben beim „Zugspitz-Lauf“ zwei Teilnehmer kurz vor dem Ziel an Unterkühlung, neun weitere wurden leicht verletzt. Der Veranstalter wurde deswegen wegen fahrlässiger Tötung angeklagt, vom Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen aber freigesprochen: Nach Auffassung des Gerichts überwog die so genannte „eigenverantwortliche Selbstgefährdung“ der Teilnehmer, die offenbar in zu leichter Kleidung gestartet waren. Das Gericht hatte bei einer umfangreichen Beweisaufnahme festgestellt, dass der Veranstalter die Teilnehmer ausreichend informiert und gewarnt hatte. Die beiden Verunglückten hatten sich dann aber eigenverantwortlich für zu leichte Kleidung entschieden.

Der Grundsatz: Je größer die Gefahr für den Besucher/Teilnehmer, desto höher sind die Pflichten des Veranstalters an seine Warnung und Aufklärung. Allerdings muss der Veranstalter nicht für jedes Fehlverhalten der ausreichend aufgeklärten Teilnehmer gerade stehen.

Eine Ausnahme mag gelten, wenn es sich um Kinder handelt oder erkennbar ist, dass der Teilnehmer die Aufklärung nicht verstanden hat. Das Problem ist dabei häufig die Fremdsprache oder ein verspätetes Eintreffen des Teilnehmers. Hier muss der Veranstalter ggf. durch mehrsprachige Hinweisblätter bzw. eine Nachholung der Aufklärung sorgen – und natürlich für den Beweis, dass er überhaupt aufgeklärt hat (z.B. sich eine Unterschrift geben lassen).