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aus dem Eventrecht

Todesfall auf dem Nürburgring

Von Thomas Waetke 5. September 2011

Auf dem Nürburgring (Rheinland-Pfalz) ist gestern ein Rennwagen-Tourist ums Leben gekommen. Bei regennasser Fahrbahn geriet der Fahrer offenbar ins Schleudern, das Fahrzeug überschlug sich.

Der Fahrer wurde schwer verletzt, der als Beifahrer mit fahrende Tourist wurde aus dem Auto geschleudert.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Grundsätzlich haben nun die Angehörigen des Toten Ansprüche gegen den Veranstalter der Fahrten und auch gegen den Fahrer selbst, sofern dieser fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt hat.

Oftmals versuchen Veranstalter solcher Fahrten, die auch oft als Mitarbeiter-Incentives angeboten werden, durch AGB ihre Haftung auszuschließen. Hierbei gelten aber die sehr strengen Maßstäbe des AGB-Rechts, insbesondere hier des § 309 Nr. 7 a und b BGB.

Ein Ausschluss der Haftung ist nur in ganz engen Grenzen überhaupt möglich:

  • Die Haftung für Körperschäden kann nicht ausgeschlossen oder vermindert werden (siehe § 309 Nr. 7 a BGB).
  • Die Haftung für Sach- und Vermögensschäden kann nur insoweit vermindert werden, als dass sie bei leichter Fahrlässigkeit ausgeschlossen werden kann. Der Vorsatz oder die grobe Fahrlässigkeit kann aber bei Sach- und Vermögensschäden nicht ausgeschlossen werden (siehe § 309 Nr. 7 b BGB).
  • Die Haftungsklausel muss im Wortlaut extrem sorgfältig formuliert werden; kleinste Fehler können schon zur Unwirksamkeit der gesamten Klausel führen: So würde man also auch für leicht fahrlässig verursachte Sach- oder Vermögensschäden haften, obwohl man diese Haftung bei entsprechend sorgfältiger Formulierung ja gerade ausschließen könnte.

Zur Haftung der Fahrer untereinander (= wenn ein Fahrer einen anderen Fahrer verletzt) lesen Sie unseren Beitrag Haftung beim Fahrsicherheitstraining.

Beim Thema Unfallversicherung, gerade bei Incentice-Events, muss vorher sorgfältig geprüft werden, ob bei einem Unfall tatsächlich Versicherungsschutz besteht. Überhaupt sollte bei derartig tendenziell nicht ungefährlichen Veranstaltungen der gesamte Versicherungsschutz (u.a. auch Haftpflicht) sorgfältig geregelt werden.