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Tod im Fahrgeschäft: Freispruch für Vorgesetzte

Tod im Fahrgeschäft: Freispruch für Vorgesetzte

Von Thomas Waetke 25. April 2018

2014 kam ein 11-jähriges Mädchen im Freizeitpark Hassloch bei einem Unfall in einem Fahrgeschäft ums Leben. Nun sind auch die Strafverfahren gegen 3 Verantwortliche abgeschlossen. Der Bediener des Fahrgeschäfts wurde wegen fahrlässiger Tötung verurteilt.Er hatte mehrfach gegen ihm obliegende Pflichten verstoßen (z.B. unterließ er die Ansage, „Achtung, die Fahrt beginnt“.

In einem zweiten Strafverfahren ging es um die Verantwortung zweier Vorgesetzter des Bedieners. Das Oberlandesgericht Zweibrücken hat die beiden nun in 2. Instanz freigesprochen.

Ob einer der beiden Angeklagten – seinerzeit im Freizeitpark als Teamleiter tätig – den Bediener des Fahrgeschäfts nur unzureichend eingewiesen hatte, hatte sich bei der Beweisaufnahme nicht mit der erforderlichen Sicherheit feststellen lassen. Zwar hatte der Bediener des Fahrgeschäfts ausgesagt, ihm wäre nicht die Anweisung erteilt worden, eine Startdurchsage „Achtung, die Fahrt beginnt!“ vorzunehmen; andere Zeugen hingegen hatten sich an derartige Einweisungen erinnert.

Den beiden Angeklagten ließ sich nach Ansicht des OLG auch nicht nachweisen, dass eine intensivere Überwachung des Bedieners des Fahrgeschäfts den Tod des Mädchens verhindert hätte: Denn aufgrund des Vorverhaltens des Bedieners habe nicht mit der erforderlichen Sicherheit festgestanden, dass dieser die Anweisung, vor Inbetriebnahme des Fahrgeschäfts eine Startdurchsage zu machen, tatsächlich beachtet hätte, so das Gericht. So hätten auch zwei Zeugen bekundet, dass der Bediener es in der vorausgegangenen Zeit trotz ausdrücklicher Anweisungen unterlassen hatte, Bügel, die die Fahrgäste einer Achterbahn schützen sollen, zu kontrollieren. Daher konnte man den beiden Vorgesetzten keine persönliche Schuld vorwerfen.

Interessant ist der Aspekt, dass der Bediener bereits in der Vergangenheit unwillig war, Weisungen umzusetzen. Ungeachtet der Frage (die ich nicht beantworten kann), ob das vom OLG Zweibrücken thematisiert wurde, stellt sich dann die Frage, ob ein Vorgesetzter einen weisungs-unwilligen Mitarbeiter nicht disziplinieren muss (notfalls mihilfe einer Kündigung), dass er derart wichtige Aufgaben auch tatsächlich erledigt (wobei sich dann strafrechtlich noch immer die Frage der sog. Kausalität stellen würde).

 

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  • Stehender Richter-Hammer aus Gerichtssaal: © sergign - Fotolia.com