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aus dem Eventrecht

Thema verfehlt? Keine Minderung.

Von Thomas Waetke 1. Juni 2011

Ein Veranstalter hatte einen Pyrotechniker mit einem Feuerwerk beauftragt. Unter anderem hieß es dabei: „So wie bei der Veranstaltung XY“:

Der Veranstalter hatte ein Feuerwerk des Pyrotechnikers zuvor bei einer anderen Veranstaltung gesehen und es gefiel ihm so sehr, dass er ihn daraufhin für seine eigene Veranstaltung buchte.

Themenschwerpunkt der neuen Veranstaltung war „African Night“. Es war vereinbart, dass der Pyrotechniker alle künstlerischen und technischen Freiheiten habe. Das Feuerwerk allerdings erfolgte dann nicht zur Zufriedenheit des Veranstalters. Er meinte, dass der Pyrotechniker das Thema Afrika verfehlt habe.

Der Veranstalter wollte nun die vereinbarte Vergütung mindern (siehe § 638 BGB), die Sache landete vor Gericht.

Das Oberlandesgericht Karlsruhe hatte daraufhin entschieden, dass der Veranstalter nicht mindern könne: Wenn einem Pyrotechniker alle Freiheiten überlassen wurden und nicht konkret das Thema vorgegeben wurde, liegt kein Mangel vor, der eine Minderung rechtfertige.

Außerdem:

Der Veranstalter hatte unmittelbar nach dem Event die Künste des Feuerwerkers enthusiatisch gelobt. Im Rahmen des Gerichtsprozesses aber tat der Veranstalter dann so, als ob das Feuerwerk sehr schlecht gewesen sei.

Das Gericht entschied diesbezüglich, dass man nicht einerseits öffentlich hoch loben, andererseits hinter den Kulissen dann alles schlecht reden dürfe.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Einmal mehr zeigt sich, dass klare Vereinbarungen sinnvoll sind, um späteren Ärger zu vermeiden.