News + Aktuelles

aus dem Eventrecht
Testung darf nicht älter als 24 Stunden sein: Bis wann gerechnet?

Testung darf nicht älter als 24 Stunden sein: Bis wann gerechnet?

Von Thomas Waetke 5. Juli 2021

Aktuell ist ein aktueller Testnachweis eine Möglichkeit, Besucher in eine Veranstaltung einzulassen. Eine Frage stellt sich dabei, die gar nicht ohne weiteres zu beantworten ist: Wie alt darf der Test beim Einlass in die Veranstaltung maximal sein – wenn die Veranstaltung mehrere Stunden dauert?

In den verschiedenen vor Ordnungen findet sich lediglich die Formulierung „maximal 24 Stunden“.

Wenn aber beispielsweise eine Veranstaltung 8 oder 10 Stunden dauert…:

  • dürfen die 24 Stunden im Laufe der Veranstaltung bereits ablaufen,
  • ist der Zeitpunkt des Einlasses maßgeblich, oder
  • der Zeitpunkt des längsten Aufenthalts in der Veranstaltung = die 24 Stunden dürfen bis zum Verbleib in der Veranstaltung nicht abgelaufen sein.

Aus dem Wortlaut der Vorschriften ergibt sich das meiner Meinung nach nicht eindeutig. Es spricht einiges dafür, dass gemeint ist, dass zum Zeitpunkt des Einlasses die 24 Stunden noch nicht abgelaufen sein dürfen. Dafür spricht auch ein rein praktischer Umstand: Denn es kann ja sein, dass ein Besucher die Veranstaltung vorzeitig verlässt oder später kommt, so dass für den Veranstalter die 24 Stunden oftmals nicht eindeutig zu berechnen und vor allem nicht zu überwachen wären.

Aber dürfen praktische Probleme ein Argument sein für die Vereinfachung?

Soweit bekannt, könnte eine Person nach Ablauf dieser 24 Stunden durch aus infektiös sein bzw. werden. Es würde dann genau das passieren, was man eigentlich vermeiden will: Die Person kommt mit einem in Kürze ablaufenden negativen Test-Ergebnis in die Veranstaltung hinein, und im Laufe der Veranstaltung wird diese Person infektiös.

Es ist fraglich, ob der Verordnungsgeber von einem mehrstündigen Aufenthalt in einer Veranstaltung ausgegangen war. Denn das Shoppen im Einzelhandel oder der Aufenthalt in einer Gaststätte bewegt sich meistens in einem kurzen Zeitraum; viele Veranstaltungen dauern auch nur kurz bzw. wenige Stunden –  aber ebenso viele Veranstaltungen dauern mehrere Stunden.

Nach dem Sinn und Zweck, den die Landesverordnungen verfolgen, wäre es also wohl notwendig, dass die 24 Stunden für die Dauer des Aufenthalts in der Veranstaltung nicht abgelaufen sein dürfen.

In FAQ der Bundesregierung heißt es nur allgemein dazu: „Das negative Testergebnis eines Schnelltests ist für insgesamt 24 Stunden gültig.“ Leider bleiben die FAQ die Antwort schuldig, ob das nur für den Einlass gelten soll, oder bis zum Ende einer Veranstaltung.

Soweit ich das gesehen habe, hat nur Berlin das Problem erkannt (Stand 04.07.2021). Dort hat man zwar nicht in der Landesverordnung, aber in einem Hygienerahmenkonzept für sichere Veranstaltungen das Problem erkannt, lässt die Entscheidung aber offen:

„Ist ein Zugang zur Veranstaltung nur mit einem negativen Testergebnis möglich, so darf der Test nicht länger als 24 Stunden zurückliegen. Aufgrund der im Vergleich zu anderen Bereichen oft längeren Besuchsdauer könnte der Test bezogen auf das Ende der Veranstaltung u.U. älter als 24 Stunden sein – dem Veranstaltenden steht es daher frei, einen tagesaktuellen negativen Test zu fordern.“

Die Antwort von mir als Antwort geht in die selbe Richtung: Es obliegt – soweit das jeweilige Bundesland nicht doch (noch) entsprechend eindeutige Regelungen erlassen sollte, dem verantwortlichen Veranstalter bzw. Betreiber der Einrichtung, diese Frage zu entscheiden.

Je länger die Veranstaltung dauert, desto eher sollte geprüft werden, ob die 24 Stunden (bzw. 48 Stunden) nicht für die ganze Dauer des Verbleibs in der Veranstaltung gelten sollen.

Entscheidet sich der Veranstalter dafür, sollte er vorsichtshalber die Besucher, Mitwirkenden und Beschäftigte explizit darauf hinweisen. Denn vermutlich geht das allgemeine Verständnis dahin, dass maßgeblich nur der Zeitpunkt des Einlasses sei.

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):