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aus dem Eventrecht

Temperatur im Winter

Von Thomas Waetke 18. November 2010

Der Winter naht – und bald wieder die Diskussion, für welche Temperatur der Arbeitgeber sorgen muss.

Hinsichtlich des Arbeitsschutzes bei Sommerhitze verweisen wir auf unsere News vom 01.07.2010.

Im Winter muss auch auf- und abgebaut werden, welche Temperaturen sind hier maßgeblich?

1. Arbeitsstättenverordnung

In Ziffer 3.5. des Anhangs zu § 3 Arbeitsstättenverordnung heißt es dazu pauschal:

In Arbeits-, Pausen-, Bereitschafts-, Sanitär-, Kantinen- und Erste-Hilfe-Räumen, in denen aus betriebstechnischer Sicht keine spezifischen Anforderungen an die Raumtemperatur gestellt werden, muss während der Arbeitszeit unter Berücksichtigung der Arbeitsverfahren, der körperlichen Beanspruchung der Beschäftigten und des spezifischen Nutzungszwecks des Raumes eine gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur bestehen.“

2. ASR 3.5

Konkrete Temperaturen werden in der ASR 3.5 genannt:

Werden die Mindestwerte nach Tabelle 1 in Arbeitsräumen auch bei Ausschöpfung der technischen Möglichkeiten nicht erreicht, ist der Schutz gegen zu niedrige Temperaturen in folgender Rangfolge durch zusätzliche

  1. arbeitsplatzbezogene technische Maßnahmen (z. B. Wärmestrahlungsheizung, Heizmatten),
  2. organisatorische Maßnahmen (z. B. Aufwärmzeiten) oder
  3. personenbezogene Maßnahmen (z. B. geeignete Kleidung)

sicher zu stellen.

a.) Mindestwerte der Temperatur in umschlossenen Arbeitsräumen

Diese sind in Ziffer 4.2 der ASR 3.5 geregelt:

– Überwiegende Körperhaltung = Sitzen:

  • Leichte Arbeitsschwere → mind. + 20 ºC
  • Mittlere Arbeitsschwere → mind. + 19 ºC
  • Schwere Arbeitsschwere → nicht vorgesehen

– Überwiegende Körperhaltung = Stehen/Gehen:

  • Leichte Arbeitsschwere → mind. + 19 ºC
  • Mittlere Arbeitsschwere → mind. + 17 ºC
  • Schwere Arbeitsschwere → mind. + 12 ºC

In Pausen-, Bereitschafts-, Sanitär-, Kantinen- und Erste-Hilfe-Räumen muss während der Nutzungsdauer eine Lufttemperatur von mindestens +21 °C herrschen.

b.) „Allseits umschlossene und im Freien liegende Arbeitsstätten“

Hierfür gilt Ziffer 5 der ASR 3.5:

Die dortigen Arbeitsplätze sind so zu gestalten, dass sie von den Beschäftigten bei jeder Witterung sicher und ohne Gesundheitsgefährdung erreicht, benutzt und wieder verlassen werden können. Dazu gehört, dass Arbeitsplätze gegen Witterungseinflüsse geschützt sind oder den Beschäftigten geeignete persönliche Schutzausrüstungen zur Verfügung gestellt werden.

3. Schlechtwetter

Bei schlechtem Wetter und Umgebungskälte oberhalb von -5 ºC ist Schutzkleidung aus Kunststoffen oder kunststoffbeschichteten Geweben mit Lüftungsöffnungen in Achselhöhlen und am Rücken zu benutzen (DIN EN 343). In Verbindung mit einem Thermofutter dient die Wetterschutzkleidung zugleich als Kälteschutzkleidung bis zu Temperaturen von -5 ºC. Diese Bekleidung hat der Arbeitgeber als Persönliche Schutzausrüstung (kurz: PSA) seinen betroffenen Arbeitnehmern zu stellen.

 Hinweis  Schlechtwetterkleidung ist nicht zu verwechseln mit Warnkleidung (z.B. für Security als Parkplatzeinweiser), hier finden sich Regelungen in der DIN EN 471.