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aus dem Eventrecht

Telefoninterview mit Merkel

Von Thomas Waetke 31. März 2011

Der designierte baden-württembergische Ministerpräsident Kretschmann (Grüne) hat einen Anruf von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erhalten…

Allerdings war nicht Frau Merkel am anderen Ende der Leitung, sondern eine Stimmenimitatorin eines Berliner Radiosenders. „Frau Merkel“ wollte u.a. den Grünen-Politiker überreden, doch der CDU beizutreten…

Es kommt ja häufiger vor, dass Radiostationen einen mehr oder weniger Prominenten anrufen und das vermeintliche Interview nachher im Radio ausgestrahlt wird.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Grundsätzlich ist das gesprochene Wort natürlich auch rechtlich geschützt, d.h. es darf nicht ohne Weiteres ein Mitschnitt hergestellt werden. Auch darf das gesprochene Wort nicht live ausgestrahlt werden, wenn der andere gar nicht weiß, dass er gerade live auf Sendung ist.

Dies ist eine Frage des Persönlichkeitsrechts. Ein Radiosender wäre also nur dann auf einer verhältnismäßig sicheren Seite, wenn er den Angerufenen vor der Ausstrahlung ausdrücklich um Erlaubnis fragt und der Angerufene die Chance hat, die Ausstrahlung zu verhindern. Aber: Da selbst schon der heimliche Mitschnitt verboten ist, könnte der Angerufene grundsätzlich schon gegen den Mitschnitt rechtlich erfolgreich vorgehen.

Beim Abbild der Person gilt grundsätzlich das Gleiche wie beim gesprochenen Wort: Eine Person kann auch grundsätzlich verhindern, dass sie fotografiert wird, bzw. korrekter gesagt: Wer ein Foto einer Person machen will, braucht dazu grundsätzlich deren Zustimmung (siehe § 22 Kunsturhebergesetz). Mehr zum „Recht am Bild“ lesen Sie hier in unserem entsprechenden Beitrag.