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aus dem Eventrecht
Tasche abgeben – aber ohne Verantwortung?

Tasche abgeben – aber ohne Verantwortung?

Von Thomas Waetke 15. September 2016

Darf der Veranstalter verlangen, dass Besucherinnen und Besucher ihre Handtasche am Einlass abgeben?

Das wäre grundsätzlich nur dann einigermaßen problemlos möglich, wenn der Veranstalter die Besucherinnen vor Vertragsschluss darauf hingewiesen hat und der Besucher sich also entscheiden kann, ob er unter diesen Umständen die Veranstaltung besuchen möchte. Problematischer wird es aber schon, wenn der Veranstalter Werbung macht, der Besucher erscheint und erfährt erst vor Ort, dass er seine Handtasche abgeben muss.

Meiner Meinung nach ist das unzulässig. Denkbar wäre allenfalls, dass das Verbot von großen Taschen, Koffern oder großen Rucksäcken durchsetzbar und zulässig ist. Aus welchem Grund aber sollte ein Veranstalter die Mitnahme einer typischen, kleinen Handtasche verbieten können? Wenn die Bombe so klein ist, dass sie in eine kleine Handtasche passt, dann kann man sie auch in der Hose verstecken. Eine kleine Handtasche kann auch im Evakuierungsfall kein größeres Hindernis darstellen als eine Wasserflasche auf dem Boden, ein Mülleimer, ein Stuhl, eine Brille, ein Hut usw., die auf dem Boden liegen. Ein solches Verbot dürfte also „übertrieben“ sein, und ohne vorherige deutliche Ankündigung auch nicht zulässig.

Zur Frage, ob die Klausel „Keine Haftung für abgegebene Taschen“ u.Ä. wirksam ist:

Mythos 1: „Keine Haftung für die Garderobe“

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • junge Frau mit Abwehrhaltung: © Thomas Söllner - Fotolia.com