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aus dem Eventrecht

Supermarkt evakuiert – Parallelen zur Evakuierung von Veranstaltungen?

Von Thomas Waetke 10. September 2011

Heute war ich einkaufen, und plötzlich heulten die Sirenen im Supermarkt los und eine freundliche, aber bestimmte Männerstimme forderte uns auf, den Markt schnellstmöglich zu verlassen.

Dies taten wir denn auch, und wenige Minuten später trafen Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei ein. Der Alarm stellte sich glücklicherweise als Fehlalarm heraus.

Dennoch gab es einige, leider fast schon typische Auffälligkeiten:

  • Alle (!) Mitarbeiter und Einkäufer verließen den Markt über den Haupteingang; kein anderer Fluchtweg wurde genutzt.
  • Nahezu alle Personen blieben direkt vor dem Haupteingang stehen.
  • Als die ersten Feuerwehr-LKW anrückten und auf das Gelände fuhren, wurden Handykameras gezückt und Bilder gemacht – ohne sich dabei vom Haupteingang fortzubewegen.
  • Immer mehr Zuschauer befüllten das Gelände.
  • Obwohl die Straße mit mindestens vier Feuerwehrfahrzeugen und mehreren Rettungswägen zugeparkt war, schlängelten sich Autofahrer durch… langsam, man wollte ja was sehen.

Insoweit gab es also keine Unterschiede zu einer Evakuierung einer Veranstaltung. Allerdings gibt es dort noch Erschwernisse (wenn wir von einer Abendveranstaltung, z.B. Musikkonzert ausgehen):

  • Oftmals Dunkelheit um Umfeld
  • Alkoholisierte Personen, die ggf. zusätzlich durch Tanzen aufgepuscht sind
  • Übermüdung
  • Besucher haben Eintritt bezahlt und sehen ihr Eintrittsgeld „verfeuert“
  • Besucher haben ihre Jacken/Mäntel an der Garderobe und wollen diese zuerst wieder holen (kein Witz; durch solcherlei Verhalten sind schon dutzende Menschen verbrannt, die deswegen nicht aus der Halle flüchten konnten)

Kommt dabei ein ungeeignetes Umfeld hinzu, z.B.

  • schwierige Parkplatzsituation vor der Halle,
  • Fluchtwege der Besucher entsprechen den Angriffswegen der Rettungskräfte (nicht immer nämlich ist die Location bereits evakuiert, bis die Rettungskräfte vor Ort sind),
  • enge Straßen, Feldwege oder
  • weit abgelegene Location,

dann wird es noch problematischer. Solcherlei Probleme gilt es aber bereits im Vorfeld gar nicht erst auftauchen zu lassen. Schließlich muss sich der Veranstalter im Vorfeld vergewissern, ob die von ihm gewünschte Veranstaltungsstätte für die Durchführung seiner Veranstaltung geeignet ist. Dazu gehört aber auch die Frage, ob die gewünschte Stätte den Sicherheitsanforderungen genügt.