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aus dem Eventrecht

„Super-Manager“ kein Glücksspiel

Von Thomas Waetke 11. Juni 2012

Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg hatte über die Frage zu entscheiden, ob ein im Internet angebotenes Spiel ein Glückspiel und damit genehmigungspflichtig sei.

Ein Medienunternehmen hatte in der Bundesligasaison 2009/2010 im Internet ein Spiel „Super-Manager“ angeboten. Dabei entstanden fiktive Mannschaften aus echten Spielern. Jeder Spieler zahlte pro Team einen geringen Geldbetrag. Die Spieler wurden von Fachleuten bewertet und konnten so Punkte sammeln. Für die Bestplatzierten wurde ein Preisgeld von insgesamt 135.000 Euro ausgelobt.

Das Regierungspräsidium Karlsruhe hatte dem Unternehmen die Durchführung des Spiels verboten, da es sich um ein unerlaubtes Glückspiel handele; dem gab das Verwaltungsgericht Karlsruhe recht.

Der Verwaltungsgerichthof Baden-Württemberg hob nun das Urteil auf und bestätigte die Auffassung des Unternehmens.

Ein Glückspiel liegt vor, wenn für den Erwerb einer Gewinnchance ein Entgelt verlangt wird und der Gewinn ganz oder überwiegend vom Zufall abhängt (siehe § 3 Glückspielstaatsvertrag). Der Verwaltungsgerichtshof entschied aber, dass die Zahlung der Teilnehmergebühr (7,99 Euro) kein Entgelt im Sinne des Glückspielstaatsvertrags sei, sondern lediglich die Kosten der Veranstaltung decke. Die Gewinnzahlungen aber wurden ausschließlich über Sponsoren abgedeckt und geleistet. Die Gebühr ermögliche lediglich die Teilnahme am Spiel und sei anders als der Spieleinsatz stets verloren, so das Gericht.